Bild: Stefan Miteff
Nach 13 Jahren Abwesenheit kehrt der Maler Stefan Miteff mit einer Einzelausstellung nach Berlin zurück. Damals zog er sich aus der Großstadt in die Abgeschiedenheit der Natur Nordbulgariens zurück – ein Ortswechsel, der auch seine künstlerische Entwicklung prägte. Nun sind seine neuesten Arbeiten erstmals wieder in der Hauptstadt zu sehen, präsentiert bei Eisenherz.
Der programmatische Titel der Ausstellung – „NO FUCKING NFT“ – wirkt wie ein trotziges Statement im digitalen Zeitalter. Miteff positioniert sich damit bewusst für die sinnliche Unmittelbarkeit der Malerei: für Farbe, Material und die körperliche Präsenz des Bildes, die sich jeder virtuellen Reproduzierbarkeit entzieht.
In seinem Werk steht der männliche Körper im Zentrum – nicht als idealisierte Figur, sondern als vielgestaltige Erscheinung. Mit einer zugleich drastischen und präzisen Bildsprache verbindet Miteff expressive Pinselführung mit feinen, zeichnerischen Linien. Die entstehenden Szenen besitzen eine unverkennbare sinnliche Spannung: Oft scheint eine homoerotische Aufladung auf, die jedoch nie ins Plakative kippt, sondern stets von einer subtilen, beinahe zärtlichen Sensibilität begleitet wird. Die aktuellen Gemälde zeigen eine noch intensivere, emotional verdichtete Bildsprache. In freien, gestischen Bewegungen entfaltet sich eine Malerei, die von Materialität, Spur und Überlagerung lebt. Schicht um Schicht entstehen dichte, atmosphärische Bildräume, in denen Bewegung, Erinnerung und künstlerische Haltung sichtbar werden. So versteht sich die Ausstellung nicht nur als Präsentation neuer Arbeiten, sondern auch als Plädoyer für das Analoge in einer zunehmend entkörperlichten Gegenwart. Miteffs Malerei ist roh und unmittelbar – und lädt dazu ein, sich der direkten Begegnung mit Farbe, Leinwand und Bildraum auszusetzen.
2. – 30.4., Stefan Miteff: „NO FUCKING NFT“, Eisenherz, Motzstr. 23, U Nollendorfplatz, www.miteffart.online
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