Foto: Susanne Kriemann, Datadust, skin of sand, Ausstellungsansicht, After Rain, Diriyah Contemporary Art Biennale, 2024. Kuratiert von Ute Meta Bauer.
Gleich zwei Unrechtsregime suchten die Villa Heike in Berlin-Alt-Hohenschönhausen heim. Trotz dieser belasteten Geschichte ist der prunkvolle Bau von 1910 heute ein lebendiger Ort der Kunst geworden. Am 26. März eröffnet hier um 14 Uhr die Ausstellung „Shifting Weathers“, die bis zum 25. April zu sehen sein wird.
Passend zum gefühlten Frühlingsanfang geht es hierbei ums Wetter. Das Ausstellungsprojekt versteht Wetter als einen fortwährenden Zustand, der Wahrnehmung, Empfinden und Zeitlichkeit formt. Mit Arbeiten von Susanne Kriemann, Jasmijn Visser (in Zusammenarbeit mit Ingmar König) und Luiz Zanotello richtet die Ausstellung den Blick auf die komplexen Bedingungen, die der medialen Vermittlung und Interpretation von Wetter und Klima zugrunde liegen. Dabei zeigt sie vor allem, wie künstlerische Praktiken jenseits gängiger Katastrophenbilder neue Perspektiven auf die Vielschichtigkeit des Klimas eröffnen. www.villaheike.org
Über die Villa: 1945 wurde das Gebäude von der sowjetischen Armee konfisziert. In den Wirren der Nachkriegszeit diente es zunächst als Kommandantur des sowjetischen Geheimdienstes NKWD, der im Souterrain Gefängniszellen einrichtete. Anschließend wurde die Villa an die Stasi übergeben. Diese richtete in den 1960er-Jahren in der Villa Heike sowie in den rückwärtigen Fabrikationshallen ein Geheimarchiv für NS-Akten ein, das sich hier bis zu seiner Auflösung im Jahr 1990 befand. Das imposante, 9,50 Meter hohe Vestibül ist mit starken Anklängen an einen dorischen Tempel gestaltet und vollständig mit Steinputz ausgekleidet. Besonders im Hochparterre finden sich – begünstigt durch die konstruktiven und gestalterischen Möglichkeiten der Stahlbetonbauweise – ungewöhnliche Bauformen mit Anklängen an Art déco und Jugendstil.
Wir sind auch auf Instagram:

