Foto: Weltkino Filmverleih / C. Harris
Alexander Skarsgård
Alexander Skarsgård als Biker Ray in der S/M-Lovestory „Pillion“.
Die schwulen und lesbischen Filmtage sind fester Bestandteil des Cinema Quadrat – und das schon seit langer Zeit, denn die schwulen Filmtage feiern im Februar ihre 30. Ausgabe. Darüber hinaus finden sich queere Filme regelmäßig auch im regulären Programm des Kinos, insbesondere rund um den CSD oder in den „Trans* Aktionswochen“.
Zur Jubiläumsausgabe haben wir Sabine Fischer, die Geschäftsführerin und Kuratorin der Schwulen Filmtage, zum Interview getroffen.
Glückwunsch zur 30. Ausgabe der schwulen Filmtage Mannheim. Wie hat sich das Festival im Lauf der Jahre verändert und entwickelt – insbesondere inhaltlich?
Vielen Dank! Wir freuen uns auf das Jubiläum und es ist wunderbar, dass wir diese Tradition so viele Jahre fortführen können. Das Leben und die Liebe waren immer Thema, aber in der Anfangszeit war Aids noch sehr präsent, während durch die gesellschaftlichen Verbesserungen nun auch Themen wie Heirat, Scheidung und queere Familie präsenter sind. Coming-out wird immer ein Thema bleiben, es ist zu prägnant und präsent – auch immer wieder für junge Filmemacher*innen.
Die Wahrnehmung des queeren Spektrums hat sich in den letzten Jahren enorm erweitert. Gibt es da immer noch genügend rein schwule Thematiken in Filmen?
Auf jeden Fall! Filme mit schwulem Thema sind weiterhin die Mehrzahl der queeren Filme, die uns zur Verfügung stehen, und es ist sehr schön, dass wir einen kompakten Überblick über das aktuelle schwule Filmschaffen zeigen können. Gerade diese Kompaktheit einer Filmwoche bietet die Möglichkeit, einen sehr guten Eindruck der aktuellen Thematiken und Gestaltungen des schwulen Films zu erhalten und auch über die verschiedenen Filme zu diskutieren.
Wo kommen die meisten Filme mit schwulen Themen her und warum gibt es so wenig deutsche schwule beziehungsweise queere Filme? Oder trügt das, weil international ja viel mehr Filmschaffende arbeiten?
Tatsächlich gibt es gemessen an den geförderten Filmen in Deutschland eine Unterrepräsentanz des queeren Films im Verhältnis zur queeren Bevölkerung. Aber trotzdem würde ich Deutschland international als queeres Filmland im mittleren Bereich einordnen, insbesondere da Rosa von Praunheim als Ikone des schwulen Films auch außerhalb von Förderungen weiterhin sehr aktiv ist. Frankreich und England sind meist bei den Filmtagen vertreten, Brasilien, Argentinien und Mexiko sind sehr oft im Verhältnis zu anderen dabei, und auch die USA oder Australien. Aber ich freue mich immer sehr, auch Filmperlen aus selten vertretenen Ländern präsentieren zu können, zuletzt aus Vietnam, Südafrika oder Chile.
Unsere Tipps:
„Drunken Noodels“
Trailer Drunken Noodles
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Der Eröffnungsfilm der schwulen Filmtage ist die Entdeckung des Filmfestivals in Cannes und entführt die Zuschauenden nach Brooklyn / New York: Kunststudent Adrian erlebt einen heißen Sommer im vibrierenden Künstlerviertel des Big Apple, wo nicht nur explizite Kunst die Sinne animiert. Es gibt jede Menge nächtliche sexuelle Eskapaden, Hook-ups an Spielplätzen und sogar eine verwunschene Hütte im Wald inmitten überschäumender Natur. Regisseur Lucio Castro schwelgt in erotisch aufgeladenen Szenen – „Drunken Noodles“ wird als Preview vor dem offiziellen Filmstart gezeigt. (5.2., 19:30 Uhr, 9.2., 17:30 Uhr).
„Pillion“
Foto: Weltkino Filmverleih / C. Harris
Pillion
„Pilion“: Harry Melling (Colin) lebt in einer S/M-Beziehung mit Biker Ray.
Eine unkonventionelle Liebesgeschichte zeigt die britische DomRom „Pillion“ (dt.: Sozius, Mitfahrer auf dem Motorrad). Der schüchterne Colin ist extrem fasziniert vom attraktiven Biker Ray. Sein feuchter „Tom-of-Finland“-Traum wird Realität, als sich Ray auch für Colin zu interessiert beginnt. Beide steigen ein in eine saftige S/M-Beziehung. Ray fordert absolute Unterwerfung, der sich Colin mit Leidenschaft fügt. Im Gegenzug eröffnet Ray für Colin eine Welt voller sexueller Abenteuer und Erfüllung. Doch eines fehlt Colin in ihrer Beziehung: Zärtlichkeit. Er probt den Aufstand.
Trailer Pillion
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Regisseur Harry Lighton inszeniert eine freizügige wie ergreifende Liebesgeschichte, die vor allem durch die beiden Hauptdarsteller Alexander Skarsgård (Ray) und „Harry Potter“-Star Harry Melling (Colin) lebt. „Pillion“ läuft im Festivalprogramm als Preview vor dem offiziellen deutschen Filmstart (10.2., 19:30 Uhr).
„Out“
Trailer Out
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Ungewöhnlich ist die niederländische Coming-of-Age-Story „Out“: Regisseur Dennis Alink hat seinen intimen Film über Liebe, Identität und die Suche nach dem eigenen Platz in der Welt in bestechenden Schwarz-Weiß-Bildern gedreht. Tom und Ajani ziehen aus der engen holländischen Provinz ins pulsierende Amsterdam, um sich ihren Traum vom Filmemachen zu verwirklichen. Doch die neue Freiheit will gelernt werden: Ihre Beziehung wird im ausschweifenden Nachtleben auf die Probe gestellt, es gibt viel Sex in dampfenden Saunen und verspielten Nächte (6.2., 19:30 Uhr, 11.2., 17:30 Uhr).
„Satanische Sau“
Foto: missingFILMs
Satanische Sau
Im Jubiläumsprogramm zu sehen: Rosa von Praunheims letzter Film „Satanische Sau“.
Überraschend ist Aktivist, Künstler und Filmemacher Rosa von Praunheim im Dezember 2025 gestorben. Sein erster Film „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern das Umfeld, in dem er lebt“ wurde 1972 im damals frisch gegründeten Cinema Quadrat gezeigt. Rosa von Praunheim letzter Film „Satanische Sau“ läuft im Rahmen der schwulen Filmtage 2026.Das Werk ist ein Doku-Spielfilm-Essay über Rosa von Praunheims bewegendes Leben: „Die Sau bin ich“; sagte von Praunheim über seinen Film. „Gespielt von meinem Alter Ego, den genialen Schauspieler Armin Dallapiccola“. Es sei eine Parodie, eine Farce seines Lebens, aber auch poetische Assoziationen über den Tod. „Ich erinnere mich an die 150 Filme meines Lebens, an meine Liebhaber, denen ich Rosen in den Arsch stecke und die ich blind malen muss“, sagte von Praunheim. Am 8. Februar ist Hauptdarsteller Armin Dallapiccola zu einem Filmgespräch vor Ort (8.2., 19:30 Uhr, 10.2., 17:30 Uhr).
5. bis 11.2, Schwule Filmtage Mannheim, Cinema Quadrat, K1 2, Mannheim, Infos zu allen Filmen und Tickets über cinema-quadrat.de