Foto: DCM / Florian Mag
Nach 14 Jahren kehrt Hein zurück auf seine kleine Nordsee-Insel. Doch außer Hein selbst scheint sich niemand im Dorf über die Rückkehr des „verlorenen Sohns“ zu freuen – viel schlimmer noch: niemand will Hein erkennen. Hein lässt nicht locker und versucht gegen das unerklärliche Vergessen anzukämpfen, was alles nur noch schlimmer macht. Aus dem anfänglichen Misstrauen der Dorfbewohner wird offene Feindseligkeit. Schließlich wird Hein der Prozess gemacht.
Regisseur Kai Stänicke, der in der Vergangenheit vor allem Kurzfilme wie das queere Drama „Golden“ und Videoclips drehte (unter anderem für The Hidden Cameras‘ „Gay Goth Scene“), verhandelt in seinen Arbeiten oft das Thema Zugehörigkeit. „Der Heimatlose“ ist sein erster Spielfilm. Er inszeniert das Dorf-Drama in einem surreal-theatralischen Setting aus Hütten, Dünen und Meer, was den Albtraum des Protagonisten noch weiter zuspitzt.
Der Heimatlose
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Ausgangpunkt für Stänicke war ein Gefühl, das auch viele Provinz-Schwule kennen, die in die Großstädte immigrierten: irgendwie nicht ins Dorfleben reinzupassen. Selbst Jahre später flammt bei jedem Besuch in der „Heimat“ dieses unbestimmte, einschnürende Grummeln in Bauch und Brust immer wieder auf. Damit ist „Der Heimatlose“ auch ein queerer Film, ohne dass es explizit so benannt wird.
Das fand auch die Jury der diesjährigen Teddy Awards, die den Film mit einem Hauptpreis auszeichnete. „Der Heimatlose“ bekam außerdem den diesjährigen QueerScope-Debütfilmpreis verliehen.
8.11., im Rahmen des Queer Filmfest Weiterstadt, Kommunales Kino Weiterstadt, Carl-Ulrich-Str. 9, Weiterstadt, 17 Uhr, queer-weiterstadt.de