Foto: M. Rädel
Johanneskirche Erzbistum Freiburg OutInChurch 2022 Februar Regenbogenflagge queer Sichtbarkeit
Zwischen Münsterplatz und Dreisam, zwischen Altstadt und Hipsterviertel entsteht im Juni ein Raum, in dem Zugehörigkeit nicht erklärt werden muss. Der Schwarzwald mag dunkel sein, aber an diesem Tag leuchtet er knallbunt.
Am 20. Juni lockt der CSD in der Stadt, die sich so gern zwischen studentischer Leichtigkeit und Schwarzwaldschwere bewegt, zwischen Bächle und Bollenhut, zwischen Fahrradklingeln und Kirchenglocken. Freiburg im Breisgau liegt wie eine helle Insel am Rand des dunklen Schwarzwald. Und vielleicht ist genau das die passende Kulisse für einen Christopher Street Day: Farbe gegen Furcht, Sichtbarkeit gegen das alte Flüstern. Wenn sich die Gassen füllen, wenn Fahnen im Wind schlagen und Glitzer auf Kopfsteinpflaster trifft, dann wird aus Postkartenidylle politischer Raum.
Der CSD ist kein Stadtfest mit Regenbogenfilter. Er ist Erinnerung und Behauptung zugleich. Erinnerung an jene, die sich nicht ducken wollten. Behauptung einer Gegenwart, in der Vielfalt nicht nur geduldet, sondern gefeiert wird. Gerade in Zeiten, in denen queere Errungenschaften wieder diskutiert werden, als wären sie modische Accessoires und keine Menschenrechte, bekommt der Umzug eine neue Dringlichkeit. Und doch: Er bleibt auch Fest. Es wird getanzt werden, gelacht, gestritten vielleicht, geküsst ganz sicher. Transparente werden getragen, als wären es Gedichte auf Stoff. Slogans, die zwischen Ernst und Ironie balancieren. Junge Menschen, die ihre erste Demo erleben. Ältere, die wissen, wie viel Weg schon hinter ihnen liegt. freiburg-pride.de
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