Foto von Raphael Renter | @raphi_rawr, unsplash.com, gemeinfrei
Im Jahr 2004 wurde der IDAHOBIT ins Leben gerufen. Damals hieß er noch IDAHO (International Day Against Homophobia) und sollte auf die Diskriminierung und Gewalt gegen homosexuelle Menschen aufmerksam machen. Das Feiertagsdatum, der 17. Mai, erinnert an den 17. Mai 1990, als die WHO Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel für Krankheiten strich. Die Verbindung zum § 175, der homosexuelle Handlungen unter Männern unter Strafe stellte, ist Zufall. Im Laufe der Jahre wurde der Name erweitert, um auch andere betroffene Gruppen sichtbar zu machen. Zunächst wurde daraus der IDAHOT (inklusive Transphobie), später dann IDAHOBIT, wobei das „B“ für Biphobie und das „I“ für Interfeindlichkeit steht. Eine einheitliche Bezeichnung des Tags gibt es allerdings nicht, da fast jedes Orga-Team die Auswahl der Buchstaben variiert.
Foto: Mario Trapp
Frankfurt: Aktionstag der Regenbogencrew
Die Regenbogencrew als ehrenamtliches Projekt der AIDS-Hilfe Frankfurt veranstaltet am 17. Mai ab 13 Uhr einen „Markt der Vielfalt“ im Herzen der Stadt, direkt an der Hauptwache.
Unter dem Motto „Sichtbarkeit braucht Sicherheit“ möchte sie ein klares Zeichen gegen Hass, Ausgrenzung und Gewalt setzen. Alle Menschen sind willkommen und können sich vor Ort zu diversen Themen rund um das queere Leben in Frankfurt und der Welt informieren. Durch die Sichtbarkeit und den Austausch soll mehr Verständnis und Akzeptanz für die queere Community geschaffen werden.
Das DJ-Kollektiv „Mitte der Gesellschaft“ begleitet den Markt der Vielfalt musikalisch; ab 14:30 Uhr finden außerdem Interviews und Gesprächsrunden rund um das Thema „Sicherheit und Sichtbarkeit der queeren Community in Frankfurt und global“ statt. In Kooperation mit dem Amt für multikulturelle Angelegenheiten (AmkA) schließt sich um 16:30 Uhr der Love Walk zum Frankfurter Engel an. Den Abschluss soll gegen 18:15 Uhr eine riesige Menschenkette der Vielfalt und Solidarität bilden.
17.5., Frankfurt, 13 Uhr „Markt der Vielfalt“ an der Hauptwache, 16:30 Uhr Love Walk zum Frankfurter Engel, Klaus-Mann-Platz, frankfurt-aidshilfe.de
Foto: © Melanie Grande, WDR
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Moderiert die politische Talkrunde: Bettina Böttinger
Frankfurt Fachtag: „Sehnsucht nach Freiheit!“
Anlässlich des IDAHOBITA* 2026 widmet sich die Frankfurt University of Applied Sciences im Rahmen eines Fachtags „Sehnsucht nach Freiheit – Queere Perspektiven auf Migration, Flucht und Asyl“ am 19. Mai der Situation queerer Geflüchteter. Das politische Podium der Tagung wird von der bekannten WDR-Talkmasterin Bettina Böttinger gehostet, die Tagesmoderation übernimmt Nicole Peinz vom Amt für multikulturelle Angelegenheiten (AmkA) der Stadt Frankfurt. Nach den Grußworten der hessischen Sozialministerin Heike Hofmann sowie von Bürgermeisterin Dr. Nargess Eskandari-Grünberg folgen in vier Blöcken diverse Vorträge von Fachleuten, die von ihren Erfahrungen in der Arbeit mit queeren Geflüchteten berichten. Die Beiträge befassen sich dabei nicht nur fachlich und politisch mit der Situation queerer Geflüchteter, sondern setzen diese auch biografisch-künstlerisch um. Im Zentrum dieses Blocks steht die Lebensgeschichte von Fabian Kagimu, Trans Aktivistin und Gründerin von prismuganda.org. Den Abschluss der Tagung bildet ein Plenum mit Vertreter*innen der hessischen Kommunal- und Landespolitik.
19.5., Frankfurt University of Applied Sciences, Nibelungenplatz 1, 9 – 16:30 Uhr, Infos und Anmeldung unter frankfurt-university.de/sehnsucht-nach-freiheit
Foto: Delia Giandeini, unspalsh.com, gemeinfrei
Heidelberg: Gegen Queerfeindlichkeit mit Protest und Picknick
„Nicht mit uns!“ lautet das Motto des Queerfeministischen Kollektivs in Heidelberg, das dort am 17. Mai ab 16 Uhr in den Anatomiegarten in der Altstadt einlädt. Neben Redebeiträgen und einer Protestaktion wird das Programm von queeren Musiker*innen und Performer*innen begleitet. Marius Emmerich von der LSBTIQ+-Koordinationsstelle vertritt dabei die Bürgermeisterin Stefanie Janssen. Das Veranstalter*innen-Kollektiv betont die Wichtigkeit, gerade jetzt Präsenz zu zeigen in Zeiten, in denen viele Errungenschaften für die queere Community wieder angegriffen werden. Alethia Odenbreit ist die Organisatorin der Kundgebung und versichert, dass die Menschen rund um das Kollektiv nicht vorhaben, sich wieder zu verstecken. Nach der Kundgebung sind alle Menschen ab 19 Uhr zu einem offenen „Pride Picknick“ an der Neckarwiese (Höhe Ernst-Walz-Brücke) eingeladen. Bei schlechtem Wetter wird in das Interkulturelle Zentrum, Raum 412, Gebäude C ausgewichen.
17.5., Heidelberg, 16 Uhr, Kundgebung auf dem Anatomiegarten, ab 19 Uhr: Pride Picknick auf der Neckarwiese (Ernst-Walz-Brücke), queerfeministisches-kollektiv-hd.de
Foto von Marek Studzinski, unsplash.com, gemeinfrei
Mainz: Gegen Hass. Für Vielfalt. Für Sichtbarkeit
Auf dem Tritonplatz am Staatstheater Mainz fand 2023 ein queerfeindlicher Angriff statt – nur einer von über 1.700 bundesweit dokumentierten im gleichen Jahr. Genau an diesen Ort lädt das Queere Forum Mainz am 17. Mai ab 13 Uhr ein, um für Vielfalt, Verständnis und Akzeptanz zu werben. Aus einem Ort der Gewalt soll ein Ort der Sichtbarkeit, Solidarität und zivilgesellschaftlicher Stärke entstehen. Der Schauspieler Carl Grübel, der damals Opfer der homofeindlichen Attacke wurde, moderiert den Nachmittag gemeinsam mit Tanja Bauer-Glück, die als schwarze lesbische Unternehmensberaterin eine Stimme der queeren Community ist. Redebeiträge gibt es unter anderem vom Mainzer Oberbürgermeister Nino Haase und dem Intendanten des Staatstheaters Markus Müller. Auf dem Platz präsentieren sich Stände von Vereinen, Initiativen und Organisationen. Auf der Bühne performen Kim Hoss aus Stuttgart, Queer-Rapper Maurice Conrad aus Mainz und die feministische Punkband „Die Arschlöcherinnen“ aus Nürnberg.
17.5., Mainz, Tritonplatz am Staatstheater, 13 – 17 Uhr, idahobita-rlp.de
Foto: Jas Min, unsplash.com, gemeinfrei
Wiesbaden: Aktionstag in der Landeshauptstadt Wiesbaden
Am 17. Mai zeigt auch die hessische Landeshauptstadt, dass der Einsatz für die Gleichberechtigung queerer Lebensweisen einen wichtigen Beitrag zum Erhalt einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung in unserer Gesellschaft leistet. Deswegen lädt eine breite Allianz aus Warmes Wiesbaden e. V., Queeres Zentrum e. V., pro familia e. V. sowie der KANA-Jugendkirche ab 13 Uhr auf den Bahnhofsplatz. Diverse Informationsstände bieten unter dem Motto „Queeres Leben – Teil einer vielfältigen Stadt und unserer Demokratie“ eine Möglichkeit zum Austausch an; ab 14 Uhr wird es Redebeiträge aus der Community und der Politik geben. Abschließend laden die Organisator*innen ab 15 Uhr zu einem gemeinsamen Picknick in den Reisinger Anlagen ein. Zum Aktionstag am 17. Mai sowie zum CSD vom 29. bis 31. Mai wird vom Grünflächenamt ein Regebogen-Blumenbeet im Dern’schen Gelände gepflanzt.
17.5., Wiesbaden, Bahnhofsplatz, 13 Uhr, warmeswiesbaden.de
Foto: Mathias Reding, pexels.com, gemeinfrei
Stuttgart: At the Heart of Democracy
Ein Bündnis aus verschiedenen queeren Vereinen und Organisationen lädt am 17. Mai auf dem Schlossplatz vor dem Ehrenhof zu einer Kundgebung gegen Gewalt an LGBTIQA*-Menschen. Neben Redebeiträgen gibt es persönliche Gespräche und Infostände. „Queerfeindlichkeit ist kein Randproblem – sie gefährdet Gesundheit, Sicherheit und Menschenleben“, sagt Bernd Skobowsky vond er AIDS-Hilfe Stuttgart. „Queerfeindlichkeit, Hass und Ausgrenzung nehmen spürbar zu – mit direkten Folgen für die psychische und körperliche Gesundheit vieler LSBTIQ+-Menschen“. Holger Edmaier vom Projekt 100% Mensch mahnt: „Wir sehen, wie weite Teile der Gesellschaft jegliche Empathie verlieren. Wir sehen, wie gemeinnützige Organisationen unter Druck gesetzt werden. Wir sehen, wie Demokratieverteidigung als radikal gebrandmarkt wird. Wir sehen wie, unsere Geschwister unter Generalverdacht gestellt werden.“ Betina Starzmann von der IG CSD Stuttgart ergänzt: „Frauen, trans und BPoc-Menschen, Geflüchtete oder queere Menschen mit Behinderung erleben häufig mehrere Formen von Diskriminierung gleichzeitig und sind besonders stark von Gewalt, Ausgrenzung und gesellschaftlicher Unsichtbarkeit betroffen. Für sie ist die Solidarität am INDAHOBITA* besonders wichtig“.
17.5., Schlossplatz, Stuttgart, 15:30 – 17:30 Uhr