Foto: Piffl Medien
Sandra Hüller in Markus Schleinzers „Rose“
Vom 28. April bis zum 3. Mai flackern in Frankfurt die Leinwände: das 19. LICHTER Filmfest steht an und präsentiert wieder eine geballte Ladung Film und Filmkultur. Queere Themen finden sich wieder einige im Programm.
Unsere Tipps:
Im Animationsfilm „Bouchera“ verhandeln Meriem Bennani und Orian Barki die Geschichte queerer marokkanischer Frauen, die zwischen Marokko und New York in verschiedenen Welten, Identitäten zwischen den Erwartungen ihrer Familien leben. Die animierten Figuren sind dabei keine Menschen, sondern anthropomorphe Tiere, hauptsächlich Kojotinnen und Kojoten (1.5., Mal seh’n Kino, 22 Uhr).
Foto: Buena Vista International
Historiendrama: „The Captive“ von Alexandro Amenábar
Der Abenteuerfilm „The Captive“ von Alexandro Amenábar spielt im Jahr 1575: der junge Poet Miquel de Cervantes wird als spanischer Marinesoldat von algerischen Korsaren gefangen genommen. In Erwartung seiner Todesstrafe bietet ihm – und den anderen Gefangenen – die Kunst der eldoradoGeschichtenerzählens eine Zuflucht. Cervantes‘ faszinierende Geschichten wecken sogar die Aufmerksamkeit seiner Entführer. Insbesondere von Hasán, dem gefürchteten Bajá von Algir, zu dem Cervantes eine seltsame Zuneigung und sexuelle Beziehung entwickelt. Der Film beruht auf der wahren Geschichte des spanischen Schriftstellers und Nationaldichters Miguel de Cervantes (30.4., Eldorado, 20:30 Uhr).
Mit dem Klick auf das Video stimmst Du diesen Datenschutzbestimmungen von YouTube zu.
Von verschiedenen historischen Vorlagen ließ sich Regisseur Markus Schleinzer inspirieren. Sein Film „Rose“ erregte schon bei der diesjährigen Berlinale großes Aufsehen. Das Drama spielt in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, im Dreißigjährigen Krieg. In einem abgelegenen Örtchen taucht ein mysteriöser Soldat auf und behauptet, rechtmäßiger Erbe eines Gutshofs zu sein. Das Geheimnis des fremden Soldaten: eigentlich ist er eine Frau, Rose, die als Mann verkleidet das Leben besser zu meistern meint. Als Soldat heiratet Rose sogar die Tochter eines Großbauern. Diese entdeckt zwar Rose Geheimnis, möchte sie aber trotzdem schützen. Doch beide werden festgenommen und zum Tode verurteilt – die Ereignisse überschlagen sich weiter. In der Hauptrolle Sandra Hüller (29.4., Eldorado, 20:30 Uhr).
LICHTER Art Award
Fester Bestandteil des Festivals ist der LICHTER Art Award, der Wettbewerb für zeitgenössische Videokunst. Kurator Saul Judd hat wieder ein spannendes Programm zusammengestellt.
Unsere Tipps:
Nominiert für den LICHTER Art Award ist „A Wideness, Opening and Closing“ der Regisseurin Maria Mayland; sie befasst sich mit queerer Histografie, Ästhetik, Widersprüchlichkeit, Kurt Cobain und Trans*Atlantis.
Foto: Kedar
„Kasey Cartoon“ von Veronica Kedar
Eine Deutschlandpremiere ist „Kasey Cartoon“ der israelischen Filmemacherin Veronica Kedar: Weil die Zeichentrickfigur Kasey, die für eine diverse und vielfältige Gesellschaft steht, ihrer Erfinderin Veronica kein Glück auf Filmfestivals beschert, möchte Veronica Kasey auslöschen; doch Kasey wehrt sich. „Very funny and relevant“, kommentiert Saul Judd den animierten Kurzfilm.
Foto: Cozza
„Time to go“ von Renzo Cozza
„Time to go“ von Renzo Cozza läuft als Hessenpremiere: Der junge Patrice ist äußert unzufrieden mit seinem Job. Ein Date mit einem mysteriösen Mann soll den nötigen Kick für eine Veränderung in Patrices Leben bringen – doch die Nacht wird unerwartet gefährlich. „You don’t want to miss this one, it’s so hot!“, meint Saul Judd.
Die Videoarbeiten der nominierten Künstler*innen des LICHTER Art Award werden in Hairstudio (Berliner Str. 27) ausgestellt, „Kasey Cartoon“ und „Time to go“ laufen im Rahmen der Kurzfilmnacht „International Shorts Kunst“ am 2. Mai im Mal seh’n Kino (Adlerflychtstr. 6).
28.4. – 3.5., LICHTER Filmfest, alle Infos über lichter-filmfest.de
Mit dem Klick auf das Video stimmst Du diesen Datenschutzbestimmungen von YouTube zu.