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Vom 30. April bis 3. Mai lädt der LC Stuttgart zum 43. Maitreffen in die Schwabenmetropole. Das Treffen hat sich über die Grenzen der Stadt hinaus zum festen Termin in der nationalen schwulen Fetischszene etabliert. In diesem Jahr gibt’s aber noch mehr zu feiern: Der LC Stuttgart wird in diesem Jahr 50 und ist damit einer der ältesten Vereine für schwule Fetischfreunde, der mit dem „Eagle“ sogar ein eigenes Clublokal für seine aktuell rund 180 Mitglieder besitzt. Wir haben mit Holger Glück, dem 1. Vorsitzenden des Vereins, über die Geschichte des LC Stuttgart gesprochen.
Holger, in welchem gesellschaftlichen Klima ist der Verein 1976 gegründet worden? Welche Bedeutung hatte das für die damalige Community? Wer waren die Männer, die den Verein damals gegründet haben? Gibt es heute noch Zeitzeugen, die mit dem Verein verbunden sind? Die Verhältnisse Ende der 70er waren natürlich noch ganz andere. Nur wenige lebten offen schwul. Der Verein traf sich alle vier Wochen in einem Lokal, aber das Aufhängen eines Plakates oder gar ein Aushang am schwarzen Brett waren undenkbar. In einer Zeit vor E-Mail und Internet bedeutete das also Kommunikation über Brief, Telefon oder vor allem über persönlichen Kontakt. Unser Ehrenvorsitzender Heinz Stöffler ist als LC-Initiator und -Gründungsmitglied noch immer fester Teil unseres Vereines.
Foto: LC Stuttgart
v.l.n.r.: Marten Wilhelm, Andreas Betz, Holger Glück und Marco Winderlich (vorne) vom Vorstand des LC Stuttgart, ganz rechts: Christine Deborah von Hohenberg (nicht Mitglied des Vorstands).
Der LC Stuttgart spielt über seine Funktion als Anlaufstelle für schwule Fetischfreunde hinaus auch eine wichtige Rolle für die gesamte queere Community Stuttgarts – unter anderem seid ihr Mitbegründer des Zentrum Weissenburg. Das Selbstverständnis des LC Stuttgart geht also weit über die schwule Fetischszene hinaus? Ja, der LC setzt sich neben seinem Vereinszweck der „Förderung zwischenmenschlicher Beziehungen“ seit je her auch für gesellschaftliche Entwicklung ein. Wir sind Gründungsmitglied und aktiver Teil der AIDS-Hilfe Stuttgart e.V., des Zentrum Weissenburg e.V. und der Interessengemeinschaft CSD Stuttgart e.V. Wir setzen uns dafür ein, die Kräfte der LGBT+ Gruppen zu bündeln, damit alle gemeinsam vorankommen.
Wir sprechen hier immer von „schwuler Fetischszene“ – 1974 hießen Fetisch-Vereine „Leder Club“, heute verstehen sich diese „Leder-Clubs“ als allgemeine Anlaufstelle für eine Vielzahl von Fetisch-Leidenschaften. Gab es die früher nicht oder wurden sie bloß nicht explizit benannt? Explizit benannt wurden damals wenige Dinge. So hießen die Vereine oft schlicht „MSC“ (Motorsport Club), aber ja es gab schon immer mehr als „Leder“. Selbst in den Werken von Tom of Finland tauchen Bauarbeiter, Kerle in Jeans oder Uniformen auf. Über all die Jahre war es immer wieder Thema, ob und wie weit man das Spektrum der Fetische in den Vereinen öffnet. Da der Ursprung ganz klar in der „brotherhood of leathermen“ liegt, spricht man heute meist von „Leder- und Fetischclubs“.
Früher waren es Leder-Vereine von Schwulen für Schwule. Hat sich das beim LC Stuttgart im Laufe der Zeit verändert? Der LC ist nach wie vor ein Verein von Männern für Männer. Dies hat den Hintergrund, dass wir queeren Jungs und Männern, welche den Fetisch für sich entdecken, eine sichere Umgebung schaffen möchten.
Schlägt sich euer Jubiläum auch im Programm des Maitreffens nieder? Welche Highlights sind 2026 außerdem noch geplant? Mit circa 20 Veranstaltungen an vier Tagen feiern wir unser Jubiläum rund um den ersten Mai und haben mit Socializing-Events, einer schwulen Stadtführung, einer Stadtbahnfahrt und natürlich einer Party für jeden etwas dabei. Alle Fetisch-Interessierten können sich auch bereits das Wochenende vom 6. bis 8. November für die „Fetish Unity“ in Stuttgart freihalten. Hier trifft sich die LFC Leather und Fetish Community in Stuttgart, um den neuen German Mr Fetish zu wählen.
30.4. – 3.5., Maitreffen des LC Stuttgart mit Gästen aus ganz Deutschland, alle Infos über maitreffen.lc-stuttgart.de
Party-Tipp: Kink Factory
Foto: John Parra, pexles.com, gemeinfrei
Ein Highlight wird die Fetisch-Party Kink Factory im Proton. Der Club ist mit einer spektakulären Licht- und Tonanlage ausgestattet, so dass alle zusammen bei Club-Hits und Techno-Beats ausgelassen ihren Kinkstern feiern können. Playrooms sind ebenfalls vorhanden, so dass, egal ob Petplayer, Gearhead, Rubberdrohne oder Lederkerl, alle zusammenkommen und feiern als eine große Familie!
Weitere Höhepunkte des langen Wochenendes sind die Kneipentour am Donnerstag, das gemütliche Fetisch-Dinner am Freitag, die queere Stadtführung am Samstagnachmittag und für alle, die noch immer genug Energie haben, das große Closing mit Fetisch-Bingo am Sonntag.
2.5., Proton, Königstr. 49, Stuttgart, 21 Uhr, keine Abendkasse, Tickets im VVK über maitreffen.lc-stuttgart.de