Foto: Sophie Schüler
PAD zeigt junge Theaterproduktionen an der Schnittstelle zwischen Realität und Digitalität.
Das biennale Theater- und Performancefestival PAD, das einen spartenübergreifenden Querschnitt auf den aktuellen Stand digitaler Praxis in den darstellenden Künsten zeigt, bleibt auch in seiner vierten Ausgabe aktuell und zukunftsorientiert.
Stand das Festival vor zwei Jahren noch unter dem Motto „Was kann KI?“ steht nun schon die Frage „Wie wollen wir mit KI leben?“ im Raum. Und zwar im realen Raum. Schon allein das zeigt, wie rasant sich KI in unserem Alltag eingeschlichen hat – sei es aus Bequemlichkeit oder aus dem Wunsch nach Optimierung. Genau da setzt die Installation „Towards a Hybrid Choir of Resistance“ des Künstlers Michael von zur Mühren an: Was wäre, wenn KI nicht zur Optimierung dient, sondern widerständigem Denken? In seiner interaktiven Panorama-Projektion begegnen die Besuchenden virtuellen Avataren, deren Handeln sich aus einem Archiv von sozialen Protestbewegungen speist – aber wie entwickelt sich Widerstand unter algorithmischer Kontrolle?
Foto: Simon Rupieper
Szene aus der interaktiven 3D-Audio-VR-Installation „SONA – SEEING SOUND“ des Kollektivs SONA
Interaktion gehört mehr oder weniger zu allen acht Produktionen, die PAD präsentiert: In der performativen 3D-Audio-VR-Installation „SONA – SEEING SOUND“ des Kollektivs SONA werden die Besuchenden mit Motion-Capture-Sensoren, Kopfhörern und Mikrofon ausgestattet, um in einer stockfinsteren Shoppingmall mutierte Schlingpflanzen zu hypnotisieren. Ja, richtig gelesen!
Nominiert für den „Open Port Preis“ ist die interaktive Perfomance „The Service“, in der die Künstlerin Lili Süper sich selbst als Avatar zur Verfügung stellt; Süper wandert durch Wiesbaden und erfüllt dabei vom Publikum gestellte Aufgaben; die Aktionen werden per Echtzeit-Videostream in den Theaterraum übertragen.
Die Verleihung des „Open Port Preis“ findet am Festival-Samstag statt.
22. – 25.10., PAD – Performing Arts & Digitalität, Spielorte: Staatstheater Wiesbaden, Kurhaus, Wartburg, Marktkirche und Heimathafen, Infos zu allen acht Produktionen über performingarts.digital