Foto: mahdi chaghari, pexels.com, gemeinfrei
Ein weiterer Mosaikstein in der Erforschung, Dokumentation und Sichtbarmachung von Frankfurts LSBTIQ*-Geschichte sind die „Pink Moments“, eine Veranstaltungsreihe, die sich der queeren Filmkultur der Mainmetropole widmet. Auftakt ist am 21. Februar im Historischen Museum Frankfurt.
(Hinweis: aus organisatorischen Gründen wurde die Veranstaltung aus dem LSKH ins Historische Museum verlegt).
Homolulu, das mehrtägige, überregionale schwul-lesbische Festival mit Workshops, Diskussionen, Filmen, Partys und einer Demo, das Ende Juli 1979 stattfand, war nicht nur die Initialzündung für die Frankfurter Emanzipationsbewegung.
Es war die Zeit von Rainer Werner Fassbinders Arbeit am TAT und Rosa von Praunheims Film „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“.
Auch Frankfurts schwul-lesbische (Film-)Kultur blühte in Folge in den 1980ern auf, zum Beispiel mit Michael Kloss‘ Filmreihe „Die Klappe“ in den Berger Kinos oder Antje Witte (später Betreiberin des Kinos „Orfeo’s Erben“) und Eva Heldmann, die lesbisch-schwulen Filmtage im Mal seh’n Kino präsentierten; alle drei sind zu Gast bei der Auftaktveranstaltung von „Pink Moments“, zusammen mit der Regisseurin Ursula Pürrer und dem Kostümbilder Thomas Vöcking.
„‚Pink Moments‘ soll ein erstes Statement werden zu dem, was hier los war“, sagt Karola Gramann, die sich seit Mitte der 1970er zu feministischer und queerer Filmgeschichte forscht. Zusammen mit ihrer Lebensgefährtin, der Philosophin und Filmhistorikerin Heide Schlüppmann, gründete sie die „Kinothek Asta Nielsen“. Beide kuratieren „Pink Moments“.
Natürlich sind auch Film-Raritäten zu sehen: Unter anderem eine Super-8-Doku über die Homolulu-Demo sowie die opulente Sammlung an Dias des Lesbenarchiv und queere Sammlung LUQS.
Gezeigt werden auch internationale Filmschätze wie Jan Oxenbergs „Home Movie“ aus dem Jahr 1973, einer der frühesten lesbisch-feministischen Filme, oder Udo Serkes traumartiger Coming-out-Film „Sons“ von 1976 oder Greta Schillers „International Sweethearts of Rhythm“ von 1986, eine Doku über die gleichnamige, legendäre amerikanische Frauen-Jazzband der 1940er.
Foto: Markus Tiarks, mit freundlicher Genehmigung von missingFILMS
Rosa von Praunheim
Ab April 2026 folgen weitere „Pink Moments“-Filmabende im DFF, Mal seh’n Kino und im Bockenheimer Kino Pupille – unter anderem eine Hommage an den kürzlich verstorbenen Rosa von Praunheim und einen Fokus auf Filme aus der Trans-Bewegung.
„Pink Moments“ ist entstanden aus dem Arbeitskreis queere Geschichte, einem Zusammenschluss verschiedener Menschen, die zu Frankfurts queerer Geschichte forschen und Veranstaltungen organisieren.
Hinweis:
Aus organisatorischen Gründen findet der „Pink Moments“-Auftakt nicht wie angekündigt im LSKH statt, sondern im Historischen Museum Frankfurt.
21.2. Historisches Museum, Saalhof 1, Frankfurt, 19 Uhr, instagram.com/faqs_queerestadtgeschichteffm/ , lugs-frankfurt.de
Wer Amateurfilmmaterial wie Super-8-Filme oder Videos zu queeren Themen hat und es kann mit dem Arbeitskreis Kontakt aufnehmen: [email protected]