Foto: Zarina Brendel Calleja, @zarinaserefina
Momma Rose
Ende September feierte die neue Showreihe „Shine On Stage“ Premiere im Switchboard. „Shine on Stage“ ist eine Plattform für angehendende Solo-Künstler*innen, Queers und Allies. Was auf der Bühne präsentiert wird, entscheiden die Teilnehmenden selbst; das Publikum wählt zusammen mit einer vierköpfigen Community-Jury am Schluss das „Frankfurts Next Community Icon“.
Am 21. März steigt die zweite Ausgabe von „Shine on Stage“ – bis zum 10. März kann man sich bewerben (siehe unten). Als Community-Jury sind diesmal dabei: Dagmar Diarrhoe, Christy Moon und „Shine on Stage“-Mitinitiator Ralf Rehm.
Siegerin der „Shine on Stage“-Premiere am 27. September war Melly alias Momma Rose – wir haben sie zum Interview getroffen.
Herzlichen Glückwunsch zu deinem Sieg bei er ersten Ausgabe von Shine on Stage! Wie bist du dazu gekommen, teilzunehmen? Bist du regelmäßiger Switchboard-Gast? Nein, bin ich nicht, aber ich habe in meinem Umkreis sehr oft vom Switchboard gehört und dann die Werbekampagne auf Instagram gesehen und mich einfach beworben. Ich bin Rapperin. Ich singe auch, aber primär rappe ich. Ich hatte schon mehrere Auftritte und wollte einfach mal auch dieses Publikum erreichen. Ich hatte zwei eigene Songs mitgebracht und live performt. Die Texte schreibe ich selbst. Aufnahme und Produktion, also Mix und Master, entstehen in den Takt_Studios in Rüsselsheim zusammen mit Mo, der seit Neuestem auch eigene Beats produziert. Außerdem arbeite ich mit Nike, einer guten Freundin, die ebenfalls Beats und Production macht. Ich habe zu Hause mein eigenes Equipment und erstelle dort meine Demos, aber die Feinschliffe und die finale Produktion passieren dann im Studio.
Hört sich sehr professionell an! Aber wie bist du dann darauf gekommen, im Switchboard aufzutreten? Wie gesagt, ich habe die die die Werbung auf Instagram gesehen, dass man sich für den Contest bewerben kann und bin so auf die Switchboard Seite gekommen. Ich hab vom Switchboard schon von anderen Freunden gehört, die dort regelmäßig zu Gast sind. Und ich dachte mir, ja, da bin ich gut aufgehoben!
Also bist du im queeren Kontext, obwohl du selbst nicht queer bist? Ich mag es nicht, mich direkt zu labeln. Ich hab auch schon eine Beziehung mit einer Frau gehabt, aber ich bin da eigentlich relativ offen, was den sexuellen Status angeht. Ich könnte mich nicht in eine Richtung kategorisieren. Aber so bin ich dann schon in der queeren Szene!
Foto: Switchboard
Was kannst du Kandidat*innen empfehlen, die mit dem Gedanken spielen, an der nächsten Shine on Stage teilzunehmen, sich aber vielleicht nicht trauen? Also, allein schon das Publikum im Switchboard ist es wert! Es ist ein sehr warmer Ort. Man fühlt sich direkt gut aufgehoben und ist willkommen. Und allein schon zu wissen, dass es egal ist, wer du bist, was du machst – du bist einfach willkommen, das ist so viel Wert. Viele andere Bühnen geben dir nicht dieses Gefühl, diese Sicherheit und Willkommenheit. Deshalb würde ich es jedem empfehlen. Ich persönlich habe mich sehr gut aufgehoben gefühlt. Das Publikum war ganz Ohr, alle waren so süß, wollten mitmachen, sehr positiv und sehr supportive. Das hat mir noch mehr Kraft gegeben und es hat dadurch viel mehr Spaß gemacht.
Ich würde allen sagen, die musikalisch oder anders künstlerisch sind: Behaltet das nicht für euch, sondern geht raus! Geht auf die Bühne und vertraut euch selbst! Es ist egal, was andere von dir denken! Einfach dir selbst vertrauen und das machen, was du liebst!
Wirst du bei der zweiten „Shine on Stage“ dabei sein, vielleicht als Jury Mitglied? Ich bin dabei, aber nicht in der Jury. Ich werde das Opening machen, also noch mal einen Song performen.
21.3., Shine On Stage Vol.2 – Frankfurts Next Community Icon, Switchboard, Alte Gasse 36, Frankfurt, 20 Uhr, Bewerbungen bis 10.3., alle Infos dazu über frankfurt-aidshilfe.de/veranstaltungen/
Interview: Björn Berndt