Foto: PATEL MARKT, pexles.com, gemeinfrei
Dies war ein Teil einer online-Befragung, die die Stadt Wiesbaden im Herbst vergangenen Jahres durchführte. Mehr als 200 Queers nahmen teil; das macht die Umfrage zwar nicht repräsentativ, sie kann aber Hinweise zur Erhellung des Dunkelfeldes queerfeindlicher Gewalt liefern. Bürgermeisterin Christiane Hinninger stellte die Ergebnisse Ende April vor.
Foto: Stadt Wiesbaden
Stefan Kräh, Leiter der städtischen LSBT*IQ Koordinierungsstelle, Polizeivizepräsidentin Katrin Thaler, Peter Becker vom Amt für Statistik und Stadtforschung, Bürgermeisterin Christiane Hinninger, Victoria Willich, Ansprechperson LSBT*IQ+ des Polizeipräsidiums Westhessen, Alexander Jaza, Leiter der Polizeidirektion Wiesbaden
Die Mehrheit der Befragten gaben an, sich zumindest tagsüber im öffentlichen Raum sicher zu fühlen; abends und nachts wachse die Unsicherheit, häufig im Bereich der Innenstadt, im Westend, rund um den Bahnhof oder an Bushaltestellen. Vereinzelt wurde in der Umfrage auch von körperlichen Gewaltübergriffen berichtet. Das veranlasst die Bürgermeisterin, bestehende Hilfsangebote zu intensivieren: „Es ist nicht akzeptabel, dass sich viele homosexuelle, bisexuell und trans Personen insbesondere im öffentlichen Raum unsicher fühlen oder sogar Angriffen ausgesetzt sind. Wir nehmen die Ergebnisse sehr ernst und arbeiten gezielt an Maßnahmen, etwa an einer besseren Sichtbarkeit und Vernetzung von Unterstützungsangeboten für Betroffene. Auch die Zusammenarbeit mit der Polizei bleibt wichtig. Wer Opfer einer Straftat wird, soll Vertrauen haben, dass die Polizei hilft“.
Das ist momentan noch nicht der Fall: Anzeigen werden nur selten gestellt – unter anderem wegen Unsicherheiten im Umgang und Ablauf des Verfahrens oder weil die Übergriffe von den Opfern als vermeintlich irrelevant eingestuft werden. Polizeivizepräsidentin Katrin Thaler sagt: „Unser Ziel ist klar: Wir wollen mehr LGBTIQ*-feindliche Straftaten ins Hellfeld bringen, indem wir ansprechbar sind und das Vertrauen stärken. Unsere Ansprechpersonen sind ein wichtiges Bindeglied zur Community – sie schaffen Vertrauen und begleiten Betroffene auf Augenhöhe“.
Die ausführlichen Ergebnisse der Umfrage „Queeres Leben in Wiesbaden“ können als pdf-Broschüre von der Website der Stadt wiesbaden.de runtergeladen werden.