Wir leben in turbulenten, instabilen Zeiten, und das nicht zuletzt aufgrund der schwindelerregenden Macht der Medien.
Fotocredits: Lenbachhaus bzw. John Miller
John Miller
Zum diesem Thema hat Kuratorin Stephanie Weber im Kunstbau des Lenbachhauses eine exzellente Ausstellung mit dem Titel „After the Fact – Propaganda im 21. Jahrhundert“ entworfen, die dort noch bis zum 17. September zu sehen ist.
Eine einfache Nacherzählung von Ereignissen der letzten Jahre, in denen Propaganda Einfluss auf die öffentliche Wahrnehmung nahm, ist „After the Fact“ zum Glück nicht. Die Ausstellung gibt sich viel nachdenklicher und weist mit ihren Exponaten vor allem auf den Zusammenhang von Propaganda und Unterhaltung hin.
Fotocredits: Lenbachhaus bzw. John Miller
Lenbachhaus
So benutzt der Künstler John Miller in seiner Gemälde-Serie „Everything Is Said“ Standbilder aus dem Reality-TV als Motivgrundlage, um den erhobenen Authentizitäts-Anspruch dieses TV-Genres anzuzweifeln. Er löst dabei ein Verdachtsmoment aus, wenn beispielsweise in einem Gemälde ein US-Soldat im Live-Fernsehen in Tränen ausbricht.
„Die beste Propaganda erscheint im Gewand des Entertainments“, sagte der britische Kommunikationswissenschaftler Nick O’Shaughnessy. Nach dem Besuch dieser Ausstellung dürfte der Satz in den Köpfen der Besucher noch lange nachhallen.
Fotocredits: Lenbachhaus bzw. John Miller
Lenbachhaus
Bis 17.9, Kunstbau Lenbachhaus, Luisenstr. 33, München, Mittwoch bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Dienstag 10 bis 20 Uhr / www.lenbachhaus.de