Die Münchner Symphoniker an der Stadtsparkasse München sind ein Erlebnis!
Jazz, Elektro, Soul, Klassik, Pop, Rock und Disco: Minga kann Musi! Am 9. Tag des Wonnemonats Mai, wenn die Dämmerung in die Nacht übergeht, beginnt eine urbane Partitur, die sich von 20 Uhr bis tief in den Morgen hinein entfaltet. Mehr als 400 Konzerte an über 100 Orten verschmelzen zu einem einzigen, vielstimmigen Ereignis – ein akustischer Streifzug durch die Stadt, der das Gewohnte neu hören lässt. Auch mit dabei sind die Münchner Symphoniker.
Die Wege zwischen den Klanginseln, etwa die Bayerische Staatsoper und Galerie WELTRAUM, sind dabei Teil der Inszenierung. Shuttlebusse der MVG durchziehen München in engem Takt, als wären sie die pulsierenden Arterien dieses nächtlichen Organismus. Vom Odeonsplatz aus verzweigen sich die Routen, verbinden Säle, Galerien, Kirchen und ungewöhnliche Spielstätten zu einem dichten Netzwerk musikalischer Begegnungen. Wer sich darauf einlässt, reist nicht nur durch die Stadt, sondern durch Stile, Epochen und Atmosphären.
Das nächtliche Programm am 9. Mai gleicht einem Kaleidoskop. In den großen Häusern entfaltet sich Musik in ihrer ganzen Bandbreite: von opulenter Opernleidenschaft über sinfonische Eleganz bis hin zu spielerischen Grenzüberschreitungen zwischen Klassik und Gegenwart. Gleichzeitig öffnen Orte ihre Türen, die man selten mit Musik verbindet – eine Kletterhalle wird zur Bühne für Rock und elektronische Klangexperimente, eine Buchhandlung zum intimen Jazzklub, ein Seniorenheim zum vielstimmigen Chorraum. Selbst das Kino Museum Lichtspiele fügt sich ein und erzählt Musikgeschichte auf der Leinwand: Iron Maiden.
Doch die eigentliche Qualität dieser Nacht liegt nicht allein in der Vielfalt, sondern in der Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen. Hier ein Jodelkurs, dort ein Improvisationstheater, weiter entfernt ein Konzert, das Musik über Vibration erfahrbar macht – die Lange Nacht verschiebt Grenzen, nicht nur zwischen Genres, sondern auch zwischen Wahrnehmungsformen. Sie lädt ein zum Flanieren, zum Verweilen, zum Sich-Verlieren im Klang. Zugleich bleibt sie ein Versprechen an die Zukunft: Nachwuchskünstler*innen erhalten Bühnen, Experimente bekommen Raum, und die Stadt selbst wird zum Resonanzraum kultureller Förderung. So feiert dieses Jubiläum nicht nur eine Erfolgsgeschichte, sondern erneuert auch ihren Anspruch: München für eine Nacht in ein offenes Ohr zu verwandeln, für alles, was klingt, schwingt und gehört werden will. Wir gratulieren zu einem Vierteljahrhundert Kultur!
9.5., „Die Lange Nacht der Musik“, München, 20 – 2 Uhr, www.muenchner.de/musiknacht
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