Er hat es oft getan, und wenn er es getan hat, dann mit Leidenschaft.
Friedrich Wilhelm Murnau (mit bürgerlichem Namen eigentlich Friedrich Plumpe) war Filmemacher der ersten Stunde und erhält im Lenbachhaus noch bis zum 26. Februar eine Hommage, die sich sehen lässt.
Schon in jungen Jahren outete sich der gebürtige Bielefelder vor seiner Familie, was zum Bruch mit dem Elternhaus und ihn zu seinem Künstlernamen Friedrich Wilhelm Murnau führte. Im tosenden Berlin der 1920er-Jahre widmete sich der junge Murnau dem Film. Damit begann er nicht nur eine turbulente Karriere als Filmemacher, sondern auch eine bis zu seinem Tod andauernde Reise um die Welt.
Die Hommage skizziert das Leben des schwulen Filmemachers über vielerlei Medien. So zeigen Fotografien seiner Vertrauten ihn bei der Arbeit in Deutschland, der Karibik und Kalifornien. Zudem vermitteln Zeichnungen aus der Hand des Künstlers ein grundsätzliches Verständnis für seine Werkästhetik. Das Highlight der Ausstellung sind jedoch die Filmessays von Intellektuellen wie Alexander Kluge oder Studenten der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film.
Doch weil sich Murnaus Werk am besten durch sein Werk selbst erfahren lässt, zeigt das Filmmuseum parallel zur Ausstellung alle erhaltenen Filme von ihm, darunter Klassiker wie der Ur-Vampirfilm „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ oder das Melodram „Der letzte Mann“, das ihm den Durchbruch in Hollywood verschaffte.
Zu Lebzeiten bereits mit drei Oscars bedacht, bekommt F. W. Murnau nun auch in München die Aufmerksamkeit, die ihm gebührt.
