Foto: Max Knörle
Tobias und sein Mann Yves.
Die Gemeinde Nonnenhorn am Bodensee hat einen neuen Bürgermeister gewählt. Tobias Pellot (links im Bild) wurde unlängst Bürgermeister der Gemeinde am Bodensee. Und Zeit für uns hatte er auch.
Gratulation zur gewonnenen Wahl! Vielen Dank! Ich habe mich sehr über das große Vertrauen der Wähler von Nonnenhorn gefreut. Das Wahlergebnis empfinde ich als Anerkennung, vor allem aber als Auftrag, mich mit ganzer Kraft für den Ort einzusetzen.
Wie war denn der Wahlkampf? War es schwierig, als Mann mit einem Mann an der Seite? Einen klassischen Wahlkampf gab es eigentlich nicht. Als einziger Bewerber ging es mir vor allem darum, mich vorzustellen, bekannter zu werden, zuzuhören und ins Gespräch zu kommen. Dass ich schwul bin und einen Mann an meiner Seite habe, war dabei aus meiner Sicht kein Thema. Die Menschen in Nonnenhorn haben mich nicht „trotzdem“ oder „deswegen“ gewählt, sondern wegen meiner beruflichen Qualifikation, meiner Erfahrung und weil sie mir zugetraut haben, Bürgermeister dieses Ortes zu sein. Genau so habe ich das wahrgenommen – offen, unkompliziert und respektvoll.
Wie sichtbar war dein Mann beim Wahlkampf? Ich wohne bereits seit 12 Jahren in Nonnenhorn, wir mögen dieses Dorf und die Dorfgemeinschaft. Ich bin seit 8 Jahren Kirchenvorstand, habe ehrenamtlich Gottesdienste gehalten. Wir haben hier Freunde, sind bei Festen dabei, daher kannten uns bereits viele. Mein Mann Yves war dann selbstverständlich auch beim „Wahlkampf“ dabei. Er hat mich unterstützt, so wie das Partner eben tun: durch Rückhalt, Gespräche und Präsenz bei einzelnen Terminen oder auch beim Erstellen der Internetseite, Social Media, Flyer gestalten und austragen. Dafür bin ich ihm sehr dankbar!
Was waren deine Themen im Wahlkampf? In Nonnenhorn haben wir einen guten Zusammenhalt. Hier läuft vieles noch recht unkompliziert und die kurzen Wege ins Rathaus werden insbesondere von unseren Vereinen sehr geschätzt. Das will ich erhalten und fördern und pragmatisch unterstützen. Das Strandbad ist ein wichtiges und großes Thema, für das wir eine Lösung finden müssen. Daneben ganz klassische kommunale Themen: die Weiterentwicklung des Ortes, Kinderbetreuung, Angebote für Ältere, Finanzen, Wohnen, Tourismus und Landwirtschaft. Bei meinen Gesprächsterminen ging es zudem eher um ganz konkrete, aktuelle Themen und Fragen, wie Verkehrssituation im Sommer, Bauvorhaben, Eintrittspreise im Strandbad.
Worauf freut ihr euch? Der schwierigere Teil kommt jetzt nach der Wahl. Dennoch, wir freuen uns auf das Ankommen im Amt, auf viele Begegnungen und darauf, noch mehr als bisher Teil dieses wunderschönen Ortes zu sein. Für mich persönlich ist es eine große Aufgabe und Ehre, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam mit Gemeinderat, Verwaltung und Bürgerschaft etwas zu gestalten. Und privat freuen wir uns darauf, dass sich Arbeit und Leben künftig noch stärker in Nonnenhorn abspielen werden.
*Interview: Michael Rädel
