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Captain Picard, Professor X, Shakespeare-Darsteller – und erklärter Verbündeter der LGBTIQ*-Community. Sir Patrick Stewart spielte schon 1995 einen schwulen Mann in der Aids-Krise und ließ sich von Ian McKellen trauen.
Wer ist Patrick Stewart?
Geboren am 13. Juli 1940 in Mirfield, West Yorkshire, kommt Stewart vom Theater, sein Handwerk hat er an Shakespeare gelernt. Weltberühmt machte ihn die Kommandobrücke: als Captain Jean-Luc Picard in Star Trek: The Next Generation, 2020 kehrte er für Star Trek: Picard in die Rolle zurück. Im Kino folgte Professor Charles Xavier in den X-Men-Filmen. 2010 wurde er für seine Verdienste ums Schauspiel zum Ritter geschlagen.
Warum ist er für die Community wichtig?
1995, mitten in der Aids-Krise, spielte Stewart in der Komödie „Jeffrey“ nach dem Bühnenstück von Paul Rudnick den Innenausstatter Sterling, dessen Freund an den Folgen von Aids stirbt. Die Kritik hielt Sterling für die am schärfsten gezeichnete Figur des Films. Für Stewart war es die erste offen schwule Rolle. Ein Leben am Theater habe ihn seit der Jugend mit schwulen und lesbischen Kolleg*innen zusammengebracht, das sei für ihn „vertraut und völlig normal“ gewesen. Später schwärmte er in einer Gastrolle in „Frasier“ für den Titelhelden und spielte im Film „Match“ einen queeren Tanzlehrer der Juilliard School.
Was verbindet ihn mit Ian McKellen?
Als Professor X und Magneto standen Stewart und Sir Ian McKellen für zwei Antworten auf Ausgrenzung, beide haben die Geschichte der Mutantinnen mit den Kämpfen der LGBTIQ-Community verglichen. In Avengers: Doomsday (2026) kehren beide in diese Rollen zurück. Privat sind sie eng befreundet: Im September 2013 leitete McKellen die Trauung Stewarts mit der Jazzsängerin Sunny Ozell. Die Nähe hatte Folgen. Als Elliot Page sich 2014 outete, zählte der „Guardian“ Stewart versehentlich zu den schwulen Prominenten. Er nahm es gelassen.
Wofür setzt er sich ein?
Stewart unterstützt die Ehe für alle, ihre Öffnung in England nannte er fantastisch. Er engagiert sich für Amnesty International und ist Schirmherr von Humanists UK. Über die häusliche Gewalt, die er als Kind miterlebt hat, spricht er offen.
Warum gab es Streit um eine Torte?
2015 verteidigte Stewart in der BBC-Sendung „Newsnight“ eine Bäckerei aus Belfast in Nordirland, die sich geweigert hatte, eine Torte mit dem Schriftzug „Support Gay Marriage“ zu verzieren. Die Empörung war groß. Auf Facebook legte er nach: Gleichberechtigung und Meinungsfreiheit seien beides Grundrechte, und für die Rechte der LGBTIQ*-Community setze er sich seit Langem ein. Am 10. Oktober 2018 gab der britische Supreme Court der Bäckerei einstimmig recht: Sie habe die Botschaft abgelehnt, nicht den Kunden. Peter Tatchell stimmte zu, denn dann dürfe umgekehrt auch niemand eine schwule Konditorei zu homofeindlichen Parolen zwingen. Kläger Gareth Lee dagegen fühlte sich als Bürger zweiter Klasse behandelt. Verbündete sind eben nicht immer bequem.
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