Im Iran ist Homosexualität ein Verbrechen, das mit dem Tod bestraft wird. Das Regime lässt Menschen für ihre Liebe an Baukränen aufhängen. Aber ausgerechnet der Mann, der dieses System nun als Erbe anführen soll, soll dem US-Geheimdienst nach selbst homosexuell sein: Modschtaba Chamenei. Was steckt dahinter?
Die Akte „Modschtaba“: Woher kommen die Infos?
Nach dem Tod des langjährigen Obersten Führers Ali Chamenei im Februar 2026 hat sein Sohn Modschtaba faktisch die Macht in Teheran übernommen. Nun wird sein Aufstieg von Berichten über sein Privatleben überschattet, die primär auf die New York Post zurückgehen. Demnach wurde US-Präsident Donald Trump im März 2026 in einem streng vertraulichen Briefing darüber informiert, dass US-Spionageagenturen Hinweise auf die Homosexualität des Chamenei-Sohnes für „glaubwürdig“ halten. Zentraler Bestandteil der Vorwürfe sind Ereignisse aus der jüngsten Vergangenheit: Nach den verheerenden Luftangriffen Ende Februar, bei denen Modschtaba Chamenei verwundet wurde, soll es während seines Krankenhausaufenthalts zu „aggressiven sexuellen Annäherungsversuchen“ gegenüber männlichem Pflegepersonal gekommen sein. Quellen aus dem Umfeld des Geheimdienstes geben an, dass Modschtaba zu diesem Zeitpunkt unter dem Einfluss starker Medikamente stand, was seine Impulskontrolle beeinträchtigt haben könnte.
Die Gerüchte über Modschtabas Sexualität sind nicht gänzlich neu. Bereits im Jahr 2008 tauchten in von WikiLeaks veröffentlichten US-Diplomatendepeschen Berichte über medizinische Behandlungen Modschtabas in London auf. Damals wurde offiziell von „Impotenz“ gesprochen, um zu erklären, warum er erst spät heiratete und Schwierigkeiten bei der Zeugung von Nachkommen hatte. Innerhalb der iranischen Opposition und in westlichen Geheimdienstkreisen wurde dies allerdings schon damals als mögliche Tarnung für seine sexuelle Orientierung interpretiert.
Kritische Einordnung
Für das theokratische Regime in Teheran könnten diese Berichte kaum gefährlicher sein. Homosexualität wird im Iran auf Basis der Scharia-Gesetzgebung (insbesondere nach den Artikeln 233 und 234 des Strafgesetzbuches) bei Männern systematisch mit der Todesstrafe oder drakonischen Körperstrafen wie Auspeitschungen geahndet. Die Verbreitung solcher Informationen innerhalb der iranischen Bevölkerung oder der ultrakonservativen Revolutionsgarden (IRGC) zielt direkt auf die religiöse Integrität des neuen Führers ab. Ein „Oberster Führer“, der gegen die eigenen moralischen Gesetze verstößt, verlöre in den Augen der Hardliner jegliche religiöse Legitimität.
Was ist eine PSYOPS?
Es bleibt allerdings festzuhalten, dass für diese Behauptungen bisher keine physischen Beweise wie Foto- oder Videomaterial öffentlich vorliegen. In der extrem aufgeheizten Phase nach den Luftangriffen vom 28. Februar kann nicht ausgeschlossen werden, dass es sich um eine gezielte psychologische Operation (PSYOPS) handelt, um das Regime in einer Zeit des Umbruchs von innen heraus zu destabilisieren. Die US-Geheimdienste betonen, dass die Informationen auf „hochrangigen und besonders geschützten menschlichen Quellen“ basieren, die über Jahre hinweg konsistente Angaben machten. Bisher gibt es aus Teheran keine offizielle Stellungnahme zu den Berichten.
Solange keine Beweise vorliegen, bleiben diese Gerüchte eine politische Randnotiz angesichts der dramatischen Kriegslage und des menschlichen Leids im Iran.
*Quellen: New York Post (März 2026): „U.S. Intelligence Says Mojtaba Khamenei Likely Gay“, WikiLeaks: US State Department Cable (2008), IranWire / Iran International