Zum zweiten Mal in Folge fällt Pink Dot HK aus. Offiziell geht es um Lizenzfragen beim neuen Veranstaltungsort – für Hongkongs LGBTIQ*-Community ist es der nächste Rückschlag.
Eines der wichtigsten LGBTIQ*-Events in Hongkong fällt erneut aus: Pink Dot HK hätte am 14. Juni in Stanley Plaza und Murray House stattfinden sollen, beide Orte werden von Link REIT verwaltet. Kurz vor der finalen Vorbereitungsphase teilten die Organisatoren jedoch mit, der Ort könne wegen Lizenzfragen nicht für öffentliche Aktivitäten vermietet werden.
Pink Dot HK erklärte, man habe bis zuletzt die nötigen Genehmigungen beantragt, aber noch keine abschließende Zustimmung der zuständigen Behörden erhalten. Angesichts der unsicheren Lage, des engen Zeitplans und der vielen beteiligten Partnerorganisationen habe man die „schwierige Entscheidung“ treffen müssen, den Outdoor-Karneval abzusagen.
Schon 2025 kein Veranstaltungsort
Für die LGBTIQ*-Community in Hongkong ist es der nächste bittere Einschnitt. Bereits 2025 war Pink Dot HK ausgefallen, nachdem die West Kowloon Cultural District Authority den Veranstaltern den bisherigen Ort nicht mehr zur Verfügung gestellt hatte. Eine Begründung wurde damals nach Angaben der Organisatoren nicht genannt.
Pink Dot HK gibt es seit 2014. Das Festival verbindet Musik, Performances, Kunst, Workshops und Community-Angebote und wirbt für Vielfalt, Akzeptanz und LGBTIQ*-Rechte. Die letzte Ausgabe vor den Absagen soll rund 7.000 Menschen angezogen haben.
Politischer Gegenwind in Hongkong
Die erneute Absage kommt in einem ohnehin angespannten politischen Klima. Im September 2025 hatte Hongkongs Legislativrat einen Gesetzentwurf abgelehnt, der gleichgeschlechtlichen Paaren mit im Ausland registrierter Partnerschaft begrenzte Rechte eingeräumt hätte – etwa bei Krankenhausbesuchen. Der Entwurf war eine Reaktion auf ein Urteil des obersten Gerichts, das die Regierung verpflichtet hatte, einen rechtlichen Rahmen für gleichgeschlechtliche Partnerschaften zu schaffen.
Offiziell sprechen die Veranstalter von Lizenz- und Planungsunsicherheit. In der Summe wirkt die erneute Absage jedoch wie ein weiteres Signal an eine Community, deren Sichtbarkeit in Hongkong zunehmend unter Druck gerät. *AFP/sah