Nach politisch angeordneter Zerstörung wird der ikonische Pride-Zebrastreifen von Miami Beach neu aufgebaut – als Kunstinstallation im Lummus Park. Ein Symbol für Widerstand gegen die Kulturkämpfe von Ron DeSantis.
Im Oktober ließ Floridas Gouverneur Ron DeSantis den Regenbogen-Zebrastreifen von Miami Beach entfernen – mit Bulldozer und Vorschlaghammer. Die Maßnahme, politisch gedeckt durch die Landesregierung, wurde von vielen als gezielter Angriff auf LGBTIQ*-Sichtbarkeit verstanden (männer* berichtete).
Dabei galt die Kreuzung laut Stadtverwaltung als eine der sichersten der Gegend – ein praktisches Problem gab es also nicht. Für viele war die Entfernung vor allem eines: Symbolpolitik.
Stein für Stein zurück
Jetzt folgte die Antwort: 3.606 Pflastersteine des ursprünglichen Zebrastreifens wurden geborgen und neu verlegt. Nicht mehr als Straßenmarkierung, sondern als dauerhafte Kunstinstallation im nahegelegenen Lummus Park – nur wenige Schritte vom ursprünglichen Standort entfernt. Aus Verkehrsinfrastruktur wird Erinnerung, aus Eingriff ein Statement.
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Gemeinschaft statt Verdrängung
Die Stadträtin von Miami Beach, Tanya Katzoff Bhatt, sprach im Zuge der Entfernung des Crosswalks offen von einem „Schlag ins Gesicht“ für Einwohner*innen und Besucher*innen. Gleichzeitig wird der Wiederaufbau als bewusste Umdeutung gelesen: aus „Affront“ wird Stärke. Die Enthüllung fand bewusst am Wochenende des Miami Beach Pride statt. Die neue Installation umgeht zudem geschickt staatliche Verbote für Straßenkunst, da sie sich vollständig im Park befindet.
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Auch Stadtrat Alex Fernandez betonte, dass der Zebrastreifen für eine Geschichte der Beharrlichkeit und für Jahrzehnte von Kämpfen steht: gegen HIV-Stigma, für Gleichberechtigung im Militär, gegen Diskriminierung im Alltag und für die Ehe für alle. „Als der Staat diesen Zebrastreifen gewaltsam entfernte, waren es unsere heterosexuellen Allies in der Stadtverwaltung von Miami Beach, die dafür sorgten, dass unsere schwule Community nicht in den Schatten gedrängt wurde. Unsere Verbündeten haben verstanden, dass dieser Zebrastreifen – trotz des Stigmas von HIV/AIDS, der Ungerechtigkeit des Ausschlusses aus dem Militär, der Diskriminierung am Arbeitsplatz und auf dem Wohnungsmarkt sowie des langen Kampfes um das Recht zu heiraten und eine Familie zu gründen“, sagte Fernandez gegenüber Out South Florida.
Fernandez verwies dabei auch auf die bedeutende Rolle von Allies: Es seien nicht nur queere Stimmen gewesen, die den Wiederaufbau ermöglicht hätten. Er sei seinen heterosexuellen Kolleg*innen zutiefst dankbar für
„ihre Führungsrolle bei der Verteidigung der kompromisslosen Werte von Liebe, Mitgefühl und Gleichberechtigung. Das ist eine eindringliche Erinnerung daran, dass unsere Allies uns helfen werden, diese Situation zu überwinden.“