Wendelin Mölzer, FPÖ-Kultursprecher und Vorsitzender des Kulturausschuss im Nationalrat, gratulierte dem österreichischen Künstler JJ zum Gewinn des Eurovision Song Contest 2025. Doch statt den künstlerischen Erfolg des Countertenors zu würdigen, nutzte der freiheitliche Kultursprecher die Gunst der Stunde für Kulturpessimismus und rechte Parolen.
„Es ist erfreulich, dass wir nunmehr zum dritten Mal in über sechs Jahrzehnten diesen Songcontest-Sieg einfahren konnten“, so Mölzer in einer Pressemitteilung. Weniger erfreulich jedoch sei die Frage, „welche Wendungen der Eurovision Songcontest die letzten Jahrzehnte genommen hat, die weg vom reinen Musikbewerb hin zur linksangehauchten Politshow gegangen sind“. Es sei zu befürchten,
„dass es wieder ein queeres, links-wokes Spektakel in Wien werden wird, wo diverse ORF-Macher sich ein goldenes Näschen verdienen werden und wieder nur der ohnehin boomende Wiener Tourismus ein Plus an Nächtigungszahlen erlangen kann, beziehungsweise die Hotelzimmerpreise verdoppeln kann“.
Gleichzeitig äußerte Mölzer Bedenken hinsichtlich der Ausrichtung des nächsten Wettbewerbs in Wien. Um den Tourismus außerhalb Wiens zu fördern, schlug er vor, den Wettbewerb in Wels oder in Graz auszurichten. Die Frage, ob solch wesentlich kleinere Städte den Anforderungen an einen ESC-Austragungsort überhaupt standhalten könnten, ignoriert Mölzer komplett.
Kritik äußerte Mölzer auch daran, dass der ORF alleiniger Veranstalter des nächsten ESC sein soll. Stattdessen solle man eine Beteiligung von Privatsendern wie etwa Servus TV erwägen, um zu einer „Entpolitisierung der Show“ beizutragen, so Mölzer. Allerdings ist nur der öffentlich-rechtliche Sender ORF Mitglied der EBU, die den ESC ausrichtet.
Wie ggg.at schreibt, bedient sich Mölzer einer klaren Strategie, die man von der FPÖ bereits zur Genüge kennt:
„Internationale, vielfältige und kulturell progressive Veranstaltungen werden regelmäßig als Angriff auf traditionelle Werte dargestellt. Dabei geht es weniger um Musik oder Finanzen – sondern um die gezielte Abwertung gesellschaftlicher Gruppen und kultureller Offenheit.“