In Berlin sind erstmals Mpox-Fälle aufgetreten, die sich lokal – nicht im Ausland – mit dem Erreger der sogenannten Klade Ib angesteckt haben. Betroffen sind bislang Männer, die Sex mit Männern haben (MSM). Die zuständige Behörde rät, den eigenen Impfschutz jetzt zu überprüfen.
Quelle: Landesamt für Gesundheit und Soziales
Mitte Dezember 2025 wurde in Berlin erstmals ein Mpox-Fall der Klade Ib festgestellt; die betroffene Person hatte sich vermutlich im europäischen Ausland angesteckt. Am 6. Januar erhielt das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) Meldungen zu zwei weiteren Fällen derselben Klade – diesmal offenbar mit Ansteckung in Berlin selbst. Beide Männer gaben sexuelle Kontakte als wahrscheinliche Infektionsquelle an, ein epidemiologischer Zusammenhang zwischen ihnen ist bislang nicht bekannt.
Alle drei Betroffenen sind zwischen 30 und 50 Jahre alt. Zwei von ihnen waren nicht geimpft und zeigten die typischen Symptome: Fieber, Hautläsionen, geschwollene Lymphknoten. Der dritte Mann war einmal geimpft und hatte einen milderen Verlauf – das deckt sich mit der erwarteten Schutzwirkung der Impfung. Zusätzlich stehen mindestens zwei international gemeldete Klade-Ib-Fälle im Verdacht, sich ebenfalls in Berlin angesteckt zu haben.
„Mpox der Klade Ib ist nun in Berlin angekommen. Die wichtigste Präventionsmaßnahme gegen eine Erkrankung und schwere Verläufe ist die Impfung“, sagt Alexander Straßmeir, Präsident des Lageso.
Wer sich jetzt impfen lassen sollte
Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass Klade Ib in Europa schwerer verläuft oder sich leichter überträgt als die seit 2022 in Berlin kursierende Klade II. Eine zweifache Impfung schützt nach bisherigem Wissensstand gut vor schweren Verläufen. Empfohlen wird sie insbesondere Männern sowie trans* und nicht-binären Personen, die Sex mit Männern haben und häufig den Partner wechseln, sowie Sexarbeitenden.
In Berlin ist die Impfung gegen Mpox in den meisten HIV-Schwerpunktpraxen verfügbar. Nicht-Krankenversicherte können sich im Checkpoint BLN (Anlaufstelle für MSM, trans*, inter* und nicht-binäre Personen) sowie im Zentrum für sexuelle Gesundheit Mitte impfen lassen. Das Lageso rät, den eigenen Impfstatus zu prüfen und fehlende Impfungen nachzuholen. Wer grippeähnliche Symptome oder ungewöhnliche Hautveränderungen (Hautläsionen) bemerkt, sollte enge und sexuelle Kontakte meiden und sich in ärztliche Behandlung begeben.
Was Klade Ib von anderen Mpox-Varianten unterscheidet
Mpox-Viren werden in genetische Linien, sogenannte Kladen, unterteilt. Klade Ib ist eine Untergruppe von Klade I, die 2024 und 2025 vor allem in der Demokratischen Republik Kongo große Ausbrüche verursacht hat und nun erstmals auch in Berlin nachgewiesen wurde. Die bisherigen Berliner Fälle gehörten der Klade II an: 2025 registrierte das Lageso 189 solcher Fälle, 2024 waren es 68, 2023 87 und 2022 – zu Beginn des weltweiten Ausbruchs – 1.670.
Weitere Informationen zu Symptomen, Inkubationszeit, Übertragungswegen und Vorbeugung stellt das Lageso auf seiner Website sowie im epidemiologischen Wochenbericht bereit.