Aus Kollegen wurden Freunde, aus Freunden wurde ein Paar – und nun sind Sepp Müller und Wolfgang Stefinger Ehemänner. Damit gibt es erstmals ein gleichgeschlechtliches Ehepaar, bei dem beide Partner dem Deutschen Bundestag angehören.
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Vom „Du und Ich“ zum „Wir“
Kennengelernt hatten sie sich durch ihre gemeinsame Arbeit im Bundestag. Sepp Müller gehört dem Bundestag seit 2017 an und ist mittlerweile stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion unter Jens Spahn (CDU). Wolfgang Stefinger sitzt bereits seit 2013 für die bayerische CSU im Parlament.
Ihre Beziehung hatten die beiden Politiker bereits Anfang 2023 bekanntgegeben. Damals erklärten sie nahezu zeitgleich auf ihren Social-Media-Kanälen: „Manchmal werden Kollegen zu Freunden. Aus Freundschaft wurde bei uns Liebe. Wir sind glücklich.“
Am 21. Juni machten die beiden Unionspolitiker ihre Hochzeit mit mehreren Bildern auf ihren Social-Media-Kanälen öffentlich. „Aus dem ,Du und Ich‘ ist jetzt ein ,WIR‘ geworden“, schrieben Müller und Stefinger zu den Hochzeitsfotos. Sie hätten Ja gesagt und freuten sich auf alles, was nun vor ihnen liege.
Die standesamtliche Trauung fand am 18. Juni im Gartenreich Dessau-Wörlitz statt. Zwei Tage später folgte eine kirchliche Segnung im oberbayerischen Wildbad Kreuth. Auf den veröffentlichten Bildern ist das Paar unter anderem eng umschlungen vor der Bergkulisse zu sehen.
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Stefinger stimmte für die Ehe für alle
Für den Bundestag ist die Hochzeit eine Premiere. Zugleich zeigt sie, wie sehr sich queeres Leben auch innerhalb der Union verändert hat – von einer Fraktion, deren Mehrheit die Ehe für alle 2017 noch ablehnte, hin zum ersten verheirateten schwulen Abgeordnetenpaar im Parlament.
Bemerkenswert ist auch ein Blick zurück auf die Abstimmung zur Ehe für alle im Jahr 2017. Die große Mehrheit der damaligen CDU/CSU-Fraktion lehnte die Öffnung der Ehe ab: Nur 75 Unionsabgeordnete stimmten dafür, 225 dagegen. Wolfgang Stefinger gehörte zu den Befürworter*innen. In der offiziellen namentlichen Abstimmung des Bundestages ist für ihn eine Ja-Stimme verzeichnet. Sepp Müller zog erst einige Monate später in das Parlament ein.