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Über 21.000 Menschen haben eine Petition unterzeichnet, die CDU-Chef Friedrich Merz für seine wiederholten queerfeindlichen Äußerungen zur Rechenschaft ziehen will. Die Forderung ist klar: Eine öffentliche Entschuldigung und ein klärendes Gespräch mit führenden Queerverbänden. Aber wird Merz sich seiner Verantwortung stellen?
Friedrich Merz' umstrittene Aussagen zur queeren Community
Friedrich Merz ist in der Vergangenheit immer wieder mit Aussagen aufgefallen, die von vielen als diskriminierend wahrgenommen wurden. Besonders umstritten war seine Äußerung aus dem Jahr 2020, in der er gefragt wurde, ob er Vorbehalte gegenüber einem homosexuellen Bundeskanzler habe. Seine Antwort: Die sexuelle Orientierung sei Privatsache, solange sie sich im Rahmen der Gesetze bewege und keine Kinder betreffe. Diese Bemerkung wurde scharf kritisiert, da sie eine problematische Verbindung zwischen Homosexualität und Pädophilie suggeriert.
Bereits 2001 machte Merz eine umstrittene Bemerkung zur Homosexualität des damaligen Berliner Bürgermeisters Klaus Wowereit. Er erklärte, dass es ihm egal sei, solange Wowereit sich ihm nicht nähere – eine Aussage, die von vielen als homophob empfunden wurde.
Auch in der Debatte um die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare positionierte sich Merz klar gegen eine Gleichstellung mit heterosexuellen Ehen. Als Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU sprach er sich Anfang der 2000er Jahre gegen die Einführung eingetragener Lebenspartnerschaften aus und argumentierte für eine traditionelle Definition der Ehe. Seine Haltung wurde bereits damals aus verschiedenen gesellschaftlichen und politischen Kreisen kritisiert.
Transfeindliche Aussagen, angelehnt an Trump
Mit seiner jüngsten Äußerung vom 9. Februar 2025 hat Merz erneut die Debatte um Geschlechtervielfalt angeheizt, indem er Verständnis für Trumps Entscheidung zeigte, in den USA offiziell nur zwei Geschlechter anzuerkennen. Diese Aussage steht in direktem Widerspruch zur deutschen Rechtsprechung, insbesondere zum Bundesverfassungsgerichtsurteil von 2017, das die Existenz mehrerer Geschlechtsidentitäten anerkennt. Die Deutsche Gesellschaft für Trans*- und Inter*geschlechtlichkeit bewertete das aktuelle Wahlprogramm der CDU unter Merz als „voller Transfeindlichkeit“.
Forderung nach Entschuldigung und Dialog
Angesichts dieser wiederholten Angriffe auf die queere Community fordern die Initiator*innen der Petition eine öffentliche Entschuldigung von Friedrich Merz. Zudem solle er ein Gespräch mit den führenden Queerverbänden in Deutschland suchen, um sich mit den Anliegen und Bedürfnissen von queeren Menschen auseinanderzusetzen.
„Sollte Friedrich Merz tatsächlich Kanzler werden, muss er alle Bürger*innen dieses Landes vertreten – auch die mehr als fünf Millionen queeren Menschen in Deutschland“, heißt es in der Petition.
Ob und wie Merz auf diese Forderungen reagiert, bleibt abzuwarten. *Quellen: innn.it, dgti e.V., Echte Vielfalt, Bundesverfassungsgericht, FAZ