Foto: AFP / Jens Schlüter
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Von „LGBT-Propaganda“ bis hin zum „intersektional-feministischen Flittchen“: Mit scharfen Tönen hat die AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland (GD) am letzten Augustwochenende ihren ersten Bundeskongress in Magdeburg abgehalten. Nur wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September wittert die Partei unter Spitzenkandidat Ulrich Siegmund ihre Chance auf eine Regierungsübernahme. Aktuelle Umfragen unterstreichen den Umsturzgedanken: Mit Werten zwischen 40 und 42 Prozent (Forschungsgruppe Wahlen / Infratest dimap) liegt die AfD weit vor der CDU (22 bis 23 Prozent). Vor diesem Hintergrund bot der Kongress klare Einblicke in die Stimmungslage des Parteinachwuchses.
Queerfeindliche Rhetorik und Angriffe auf Feminismus
Die fast ausnahmslos männlichen Redner schimpften auf der Bühne über „verkommene linke Zustände“, „LGBT-Propaganda“ und beschworen den Kampf gegen „Verfassungsfeinde“, die nicht wüssten, „was gut ist und was deutsch ist“. Das Publikum belohnte diese Aussagen mit starkem Beifall. In einer eigenständigen Rede äußerte sich der AfD-Landesvorsitzende von Sachsen-Anhalt, Martin Reichardt, zur Entwicklung der deutschen Sprache und zu geschlechtsspezifischer Rhetorik. Er befand, Deutsch sei keine „Muttersprache“ mehr, sondern zu einem „aufgedunsenen, intersektional-feministischen Flittchen“ verkommen. Der Spitzenkandidat der AfD Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, bedankte sich anschließend bei Reichardt für dessen Worte.
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Ulrich Siegmund (rechts) und Jean-Pascal Hohm (links)
Ulrich Siegmund (rechts), Spitzenkandidat der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, und Jean-Pascal Hohm (links), AfD-Abgeordneter im Landtag von Brandenburg und Vorsitzender von „Generation Deutschland“.
Der Gesamtkontext: Völkisches Weltbild
Die Queer- und Feminismuskritik war eingebettet in völkische Grundsatzforderungen: GD-Chef Jean-Pascal Hohm und der AfD-Europaabgeordnete René Aust forderten die massenhafte, gar „europaweite Remigration“ von Menschen mit Migrationshintergrund. Das Bundesamt für Verfassungsschutz wertet Remigration als Konzept, das „auf die Schaffung ethnisch definierter Gesellschaften und damit die Ausweisung aller „Volksfremden“ abstellt“. Gleichzeitig inszenierte sich die Organisation nach außen über Kleidungsvorschriften und Normen: Die GD-Führung hatte die Delegierten angehalten, in „festlicher beziehungsweise Business-Kleidung“ zu erscheinen. Der AfD-Politiker René Aust freute sich in seiner Rede über „so viele wunderschöne, gut gekleidete Menschen“. Bei diesem Anblick wisse er „sofort, wie unser schönes Deutschland in der Zukunft aussehen soll: Deutschland soll ästhetisch sein, es soll schön sein“. Die „schönsten Menschen“, resümierte er, finde man „nicht im linken politischen Spektrum“.
Einordnung durch die Sicherheitsbehörden
Die Organisation Generation Deutschland war im vergangenen November gegründet worden. Sie folgte auf die Jugendorganisation Junge Alternative (JA), die im März 2025 aufgelöst wurde, nachdem sie vom Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) als gesichert rechtsextremistisch eingestuft worden war. Nach Angaben des Bundesamtes für Verfassungsschutz steht auch die neue Nachwuchsorganisation unter Beobachtung der Sicherheitsbehörden, da diese von einer personellen und programmatischen Kontinuität zwischen der JA und GD ausgehen.
*Quelle: AFP / Peter Wütherich