Zum Weltschlaftag am 13. März hat sich die klinische Psychologin Borbála Rozsnyik im Auftrag von erotik.com mal unsere nächtlichen Eskapaden genauer angesehen. Und die Zahlen sind durchaus beachtlich: Etwa acht Prozent aller Träume enthalten erotische Elemente. Auf ein ganzes Jahr hochgerechnet bedeutet das, dass Erwachsene bis zu 60 Stunden im Schlaf mit sexuellen Trauminhalten verbringen. Das ist doch mal Quality Time für Körper und Geist!
Morgenlatte und REM-Schlaf
Illustration: KI erstellt
Aber wann geht es im Kopfkino eigentlich richtig zur Sache? Sexuelle Träume entstehen meistens während der sogenannten REM-Schlafphase. In dieser Zeit verarbeitet unser Gehirn Erinnerungen und Gefühle, weshalb die Träume dann besonders lebhaft, emotional intensiv und erzählerisch sind. Gleichzeitig steigt die Produktion bestimmter Sexualhormone. Das führt zu körperlicher Erregung, was bei Männern eben in Form der klassischen Erektion spürbar wird. Und ja, nächtliche Orgasmen – auch bekannt als „feuchte Träume“ – treten bei Männern besonders häufig auf. Zudem sind die Träume von Männern häufiger realitätsnah und mit aktiver Beteiligung verbunden.
Der hetero Kollege oder doch der toxische Ex?
Jetzt wird es für die LGBTIQ* Community spannend: Was, wenn man im Traum plötzlich mit dem eigentlich gar nicht so heißen, vermeintlich heterosexuellen Kollegen aus der Buchhaltung in der Kiste landet? Freud unterschied in seiner Traumtheorie zwischen manifestem und latentem Trauminhalt. Der manifeste Inhalt ist schlicht das, was wir konkret erleben – also die Sexszene, an die wir uns erinnern. Der latente Inhalt hingegen bezeichnet die verborgenen, oft verdrängten Gefühle oder Wünsche, die sich dahinter verbergen.
Illustration: KI erstellt
Das ist nicht so creepy wie es aussieht! Das soll den Traum symbolisieren!
Wenn du also vom Kollegen träumst, bedeutet das laut Psychologin nicht zwangsläufig, dass wirklich eine sexuelle Anziehung besteht. Oft drückt so ein scheinbar sexueller Traum eher ein allgemeines Bedürfnis aus – etwa nach Veränderung, nach mehr Neugier im Leben oder nach neuen Erfahrungen. Und wenn der Ex plötzlich wieder im Bett auftaucht? Das kann ein deutlicher Hinweis auf noch nicht vollständig verarbeitete Gefühle wie Sehnsucht, Angst, Verlust oder sogar Wut sein. Träumst du hingegen von Sex mit einer völlig fremden Person, wird das in unserer Kultur oft mit dem Wunsch nach Veränderung oder Freiheitsdrang in Verbindung gebracht.
Mehr Action im Traum-Bett gefällig?
Falls du gerade zwischen 20 und 40 Jahren alt bist, befindest du dich übrigens in der absoluten Hochphase für sexuelle Träume. Wer seine wilden Nächte im Kopfkino bewusst pushen möchte, kann nachhelfen: Die Technik des luziden Träumens, bei der man sich im Schlaf bewusst wird, dass man gerade träumt, bietet eine Möglichkeit, die Wahrscheinlichkeit erotischer Träume zu erhöhen. Auch ein Traumtagebuch direkt nach dem Aufwachen zu führen, steigert die generelle Aufmerksamkeit für Träume und somit die Wahrscheinlichkeit, sich später heiß und innig an sie zu erinnern.