Bild: Dirk Uhde
Die Galerie Bovistra präsentiert ab Juli Werke des Künstlers Dirk Uhde. Die Vernissage findet am Samstag, dem 4. Juli , um 19 Uhr in den Galerieräumen der Galerie Bovistra in der Ludwigstraße 66 in Stuttgart statt.
Was zunächst wie eine präzise Wiedergabe der Wirklichkeit erscheint, offenbart bei näherer Betrachtung eine sensible Auseinandersetzung mit Wahrnehmung, Präsenz und der Poesie des Realen. In der Malerei von Dirk Uhde wird Genauigkeit zur ästhetischen Haltung. Seine Werke nähern sich dem Fotorealismus mit einer Konsequenz, die weit über die reine Nachahmung des Sichtbaren hinausgeht. Lichtreflexe, stoffliche Qualitäten und minutiös ausgearbeitete Details verdichten sich zu Bildern von bemerkenswerter Intensität.
Deine Kunst wird als fotorealistisch beschrieben. Wie bringst du (trotzdem) deine Gedanken mit ein? Andere sagen fotorealistisch, für mich bin ich noch weit davon entfernt. Aber man lernt nie aus und wächst mit seinen Aufgaben, wie es so schön heißt. Meine Stillleben stelle ich selbst zusammen. Wenn ein Apfel mit einer Fruchtgummischlange umwickelt ist, ist es leicht, auf das Thema „Sünde“ zu kommen. Was die Sünde ist, muss jeder für sich beantworten. Ich liebe es, mit Licht, Schatten, Komposition oder knallbunten Lichteffekten zu übertreiben. Und meine Vorliebe für Details. Der Betrachter soll nicht in den ersten 10 Sekunden das ganze Bild verstehen. Man soll herantreten und „die kleinen Dinge“ finden, innehalten, sich Zeit geben und betrachten. Es ist egal, ob du zwei Meter vor dem Bild stehst oder mit der Nase die Acrylfarbe riechst. Entdecke die kleinen Dinge und genieße den Moment des Findens, den Moment des Träumens. Meine Werke sind Kompositionen und zeigen entweder Zweideutigkeiten, meinen Humor oder einfach nur die nackte Schönheit.
Auf deinem Instagram-Profil findet #mensch auch erotische Motive. Wie sehr beeinflusst deine Sexualität deine Kunst? Klar, ein gut definierter Mann ist für mich persönlich ein Träumchen. Erotische Highlights machen jedes Bild provokant und interessant. Der flüchtige oder ertappte Blick, der Moment ist für mich das Entscheidende. Wie auch die Texturen. Da ist es egal, ob es rote sinnliche Lippen, weiche makellose Haut, Wassertropfen oder schmelzende Eiscreme ist. Das Nichtgreifbare, das, was Licht, Schatten und Glanzeffekte bewirken, macht für mich den „sinnlichen“ Reiz aus.
Wie wichtig ist die queere Sichtbarkeit? Nicht nur queere Sichtbarkeit ist wichtig! Sichtbarkeit ist wichtig, egal, in welcher Bubble wir leben. Solange man die gegenseitige Achtung auf Augenhöhe wahrt, miteinander redet und sich austauscht. Bilder berühren jeden. Den einen mehr, den anderen weniger. Bilder laden einen gerade dazu ein, sich auszutauschen. Man redet und debattiert darüber. Kunst verknüpft verschiedenste Gedanken- und Meinungswelten und verbindet diese miteinander. Solange meine Bilder Leute zum Reden bringt, sie in Gespräche verwickelt und damit eventuell Brücken baut, ist ein Bild jeden Pinselstrich wert.
Was schätzt du an der Zusammenarbeit mit Bovistra? Ich bin sehr dankbar, dass Bovistra meine Kunst ausstellt und somit auch meinen Blick auf die schönen Dinge der Welt der Öffentlichkeit zeigt. Ralf und Uwe hören einem nicht nur zu, sie sehen einen, wie man ist. Mit neuen Impulsen, durchaus Kritik und ehrlicher Meinung. Das schätze ich sehr. Mit so bunt gemischten, wechselnden Ausstellungen findet jeder in ihren Galerien in Villingen-Schwenningen und Stuttgart großartige Kunst. Zwei tolle Galeristen, Fotografen und Menschen.
*Interview: Michael Rädel
www.bovistra.com, www.instagram.com/uhde_art
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