Bild: Kurt Walters – „Am Waldbrunnen“
Ein Amerikaner mit bayerischem Erbe, zwischen Backstein und Bergsee beheimatet: Kurt Walters pendelt künstlerisch wie geografisch zwischen den Ateliers von Brooklyn Heights und der stillen Weite des Mondsees im Salzkammergut.
In seinen Gemälden entwirft er keine Wirklichkeit, sondern eine verführerische Traumlandschaft — eine Idylle, die zugleich vertraut und irritierend fremd wirkt.
Im Zentrum seines Œuvres steht die stille Revision tradierter Männlichkeitsbilder. Was einst als robust, unnahbar und normativ galt, erscheint bei ihm weichgezeichnet, sinnlich aufgeladen und von einer fast entrückten Intimität durchzogen.
Der Künstler greift die Sehnsuchtsräume der deutschen Romantik ebenso auf wie Motive alpiner Folklore, doch er entreißt sie ihrer konservativen Erstarrung. Seine Schauplätze sind keine öffentlichen Bühnen, sondern verborgene Refugien, Orte des Rückzugs, an denen sich Gegenwart und Mythos überlagern. Dabei zitiert Walters mit spielerischer Souveränität antike Mythologien, die in seinen Bildern nachhallen. Zugleich blitzen Einflüsse der Neuen Sachlichkeit auf, gebrochen durch eine unverkennbare schwule Bildtradition. Sein moderner Realismus lebt von präzise gesetzten Lichtreflexen, die Körper und Landschaft gleichermaßen modellieren. Die Vernissage ist am Mittwoch, den 13. Mai, um 18 Uhr.
13. Mai – 13. Juni, Kurt Walters: „Kabinettausstellung“, Kunstbehandlung, Müllerstraße 40, München, kunstbehandlung.com
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