Bild: @kalafaker
Mit der seit Juni laufenden Ausstellung „POP MORTEM“ präsentiert der argentinische Künstler und Designer Pablo Kalafaker noch bis September eine Werkserie, die den Grenzbereich zwischen bildender Kunst, Grafik und textilem Denken auslotet. Wo andere Materialien als Mittel zum Zweck begreifen, macht Kalafaker sie selbst zum Gegenstand seiner künstlerischen Untersuchung.
Sein Weg führte ihn von der Nationalen Universität der Künste in Buenos Aires, wo er Bildende Kunst mit dem Schwerpunkt Holzschnitt und Grafik studierte, zunächst in die klassische Objektkunst, zu Installationen und Performances. Doch schon früh begann sich sein Interesse auf jene Übergangszonen zu richten, in denen sich Kunst und textile Verfahren, Mode und experimentelle Gestaltung begegnen. Diese Offenheit prägt bis heute sein Werk.
Die Arbeiten des Künstlers entstehen aus einem intensiven Dialog mit dem Material. Holzschnitt, Collage, Malerei und Schablonentechniken verschmelzen zu Kompositionen, deren grafische Präsenz ebenso kraftvoll wie vielschichtig erscheint. Besonders die Collage hat sich in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Bestandteil seiner Bildsprache entwickelt. Fragmente werden übereinandergelegt, Oberflächen verletzt, neu verbunden und wieder überschrieben. Es entstehen Bilder, die weniger erzählen als Spuren hinterlassen – visuelle Sedimente, in denen sich Erinnerung, Zufall und bewusste Setzung überlagern. Der Titel „POP MORTEM“ spielt mit der Nähe zu „post mortem“ und ruft zugleich die Bildwelten der Popkultur in Gedächtnis. Zwischen Konsumästhetik und Vergänglichkeit entfaltet sich eine Reflexion über das Bild als Überrest, über das Sichtbare als etwas, das stets schon verändert, überarbeitet oder neu zusammengesetzt wurde. Kalafakers Arbeiten verweigern sich einer eindeutigen Lesbarkeit. Sie laden vielmehr dazu ein, in ihren Schichten zu lesen wie in einem Archiv materieller Erfahrungen. Die Materialität bleibt dabei stets sichtbar. Klebekanten, Druckspuren, Farbreste und Schnittlinien werden nicht kaschiert, sondern als Teil des künstlerischen Prozesses offengelegt. Gerade darin liegt die besondere Qualität seines Werks: Es feiert nicht die Perfektion, sondern die produktive Unruhe des Entstehens.
Bis September, Pablo Kalafaker: „POP MORTEM“, La Xirgu, C/ dels Borges 4, El Carmen, Valencia, Spanien
Bild: @kalafaker
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