Foto: Marc Martin
„Mauvaises Vies ?“ von Marc Martin
Paris traut sich! Die Ausstellung „Mauvaises Vies ?“ (www.galerie-obsession.com) von Marc Martin zeigt Gesichter, Geschichten, Sehnsüchte und Fantasien. Während queere Menschenrechte weltweit zurückgedrängt werden und Prüderie wieder zunimmt, will er die Queer- und die Lederszene zusammenbringen. Und mit Kunst für Sichtbarkeit sorgen.
Der französische Künstler holt die aktivistische Kraft der Akt-, Fetischdarstellung und -kunst zurück ins Rampenlicht – und stellt den (männlichen) Körper wieder ins Zentrum der gesellschaftlichen Debatte. Marc Martin will vergessene Archive öffnen, verdrängte Geschichten ans Tageslicht bringen und sie mit der Gegenwart konfrontieren – damit sie wieder ihren Platz behaupten.
Rund um seine sinnlichen Fotografien zeigt die noch bis zum 10. Januar 2026 laufende Ausstellung auch Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen aus verschiedenen Sammlungen sowie Stücke aus dem „Centre d’Archives LGBTQI+ Paris Île-de-France“. So entsteht ein lebendiges Bild von Lebensentwürfen, die alle aus den gewohnten (straighten) Bahnen geraten sind. Durch erotische Fotografien von Männern – und begleitet von persönlichen Texten – hinterfragt der Fotograf und Filmemacher Marc Martin unsere Zeit, die ohnehin von Oberflächlichkeit und Obszönität geprägt ist: Was darf #mensch zeigen? Was sollte #mensch verbergen? Gerade heute, wo vieles vereinfacht und geglättet wird, bleibt das Schwule und Intime in der Kunst ein Zankpunkt. Marc Martin zeigt stattdessen: Die Wirklichkeit ist vielfältig, bunt – und auch schwul. www.marcmartin.paris
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