Foto: Jeff Katz
Prince (7. Juni 1958 – 21. April 2016) war neben George Michael und Michael Jackson DIE männliche Musiksensation der 1980er. Glitzernder als die eben erwähnten Kollegen, Make-up liebend und gerne in Violett und Gold gewandet. Dank funkiger Hits wie „Purple Rain“, „Batdance“, „When Doves Cry“ und „Kiss“ hatte er weltweit Erfolg. Mit „Gett Off “, „7“, „Cream“ und „The Most Beautiful Girl in the World“ schaffte er aber auch bis in die 1990er Top-Platzierungen – zuweilen unter Namen wie „Symbol“.
Kaum ein Popstar hat die Vorstellung davon, wie Männlichkeit auf einer Bühne aussehen kann, so nachhaltig verändert wie Prince. Ab den späten 1970ern, vor allem in den 1980er- und 1990er-Jahren irritierte und faszinierte er gleichermaßen: mit Rüschenhemden, High Heels, Make-up und einer Selbstverständlichkeit, mit der er Geschlechtercodes auflöste, lange bevor Begriffe wie Genderfluidität oder Queerness zum gesellschaftlichen Diskurs gehörten.
Für viele queere Menschen wurde er zu einer Projektionsfigur der Freiheit – nicht, weil er sich eindeutig verortete, sondern weil er Ambivalenz und Selbstbestimmung zu einem zentralen Bestandteil seiner Kunst machte. Gleichzeitig blieb Prince eine widersprüchliche Persönlichkeit. In den 2000er-Jahren sorgten einzelne Interviews, insbesondere vor dem Hintergrund seiner Hinwendung zu den Zeugen Jehovas, für Irritationen, weil sie als queerfeindlich wahrgenommen wurden. Später relativierte und revidierte er entsprechende Aussagen. Wie so vieles in seinem Leben entzog sich auch seine Haltung einfachen Zuschreibungen.
Zehn Jahre nach seinem Tod öffnet das Prince Estate nun erneut die Tore zu jenem legendären Archiv, das den Mythos des Ausnahmekünstlers bis heute nährt. Mit dem Album „Timeless“, das am 28. August erscheint, wird eine neue Sammlung posthum veröffentlichter Aufnahmen präsentiert. Das Album vereint zehn seltene und bislang unveröffentlichte Lieder aus dem berühmten Anwesen und Studio Paisley Park und spannt einen bemerkenswerten Bogen über fast vier Jahrzehnte kreativen Schaffens – von frühen Studioaufnahmen aus dem Jahr 1977 bis zu Arbeiten aus dem Jahr 2016. Parallel zur Albumankündigung erschien mit „Stone“ die zweite Vorabsingle. Das Lied entstand vor über 30 Jahren im Frühjahr 1995 und trägt unverkennbar die DNA von Prince auf dem Höhepunkt seiner kreativen Schaffenskraft: Funk, Soul und Pop verschmelzen zu einem Sound, den nur er erschaffen konnte. Ein treibender Groove, beeindruckende Musikalität und sein markanter Falsettgesang machen „Stone“ zu einem weiteren spannenden Einblick in ein Album, das auch Jahrzehnte später noch Neues zu entdecken bietet. Bereits im April erschien mit „With This Tear“ der erste Vorgeschmack auf das Album. Dass auch zehn Jahre nach seinem Tod noch bislang unveröffentlichte Musik von Prince das Licht der Welt erblickt, überrascht kaum. Kaum ein anderer Künstler hinterließ ein vergleichbares kreatives Erbe. Rund um das Archiv in Paisley Park kursierten schon zu seinen Lebzeiten Geschichten über einen riesigen Fundus aus unveröffentlichten Tracks, alternativen Versionen, kompletten Albumprojekten und musikalischen Ideen. Seit 2016 öffnet das Prince Estate diesen einzigartigen Musikschatz Stück für Stück und gewährt Fans immer wieder neue Einblicke. Mit „Timeless“ fällt der Blick nun nicht auf eine einzelne Schaffensphase, sondern auf das Panorama eines Künstlers, dessen Neugier und Produktivität nahezu grenzenlos schienen – und dessen Einfluss auf Popkultur, Mode und das Verständnis künstlerischer Freiheit bis heute nachhallt, etwa Madonna, Sarah Connor und DJ Divinity nennen ihn als Inspiration.
Das Album erscheint am 28.8. digital sowie in verschiedenen physischen Formaten, etwa auf Vinyl und als CD. www.sonymusic.de
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