Vor fünfzig Jahren, in einer Zeit, in der weder viele der heutigen Leser*innen dieser Seite noch der Autor dieses Textes überhaupt das Licht der Welt erblickt hatten, nahm Amanda Lear ihren ersten Hit auf: „Blood & Honey“. Der Auftakt zu einer bis heute anhaltenden, facettenreichen Karriere.
Amanda Lear wurde zunächst als Model und als Muse Salvador Dalís bekannt. Erst wenig später verschob sich ihr öffentlicher Mittelpunkt hörbar in Richtung Musik: Mit der Disco-Welle der 1970er-Jahre wurde sie zur Stimme eines eigenen, kühlen, eleganten Pop-Universums. Hits wie „Follow Me“, „Queen of China-Town“, „The Sphinx“ oder später „Incredibilmente donna“, „Love Your Body“ und natürlich „Fashion Pack (Studio 54)“ trugen diese Mischung aus Glamour, Distanz und kalkulierter Theatralik weit über die Tanzflächen hinaus. Den Anfang machte 1976 „Blood & Honey“, unser Video des Tages.
In den 1980er-Jahren kam eine weitere Karriere hinzu, die sich erstaunlich organisch in dieses Gesamtbild fügt: das Fernsehen. Vor allem in Italien und Frankreich wurde Amanda Lear zur präsenten, selbstverständlichen Moderatorin – charmant, kontrolliert, oft ironisch gebrochen, und doch immer wieder eng verbunden mit ihrer musikalischen Laufbahn, die nie ganz abriss. Einzelne spätere Chart-Erfolge und Kollaborationen erinnerten daran, dass sie sich nie auf eine einzige Rolle festlegen ließ.
Ein kleiner, gern übersehener Funfact aus dem Kosmos der Popproduktion: Auch in Varianten von Giorgio Moroders „From Here to Eternity“ ist ihre Stimme zu hören – ein weiteres Puzzlestück in einem Werk, das eher aus Fragmenten, Momenten und Masken besteht als aus einer geradlinigen Biografie.
Kaum eine Popfigur ist zugleich so präsent und so schwer eindeutig festzunageln. Auch ihre frühen Jahre sind von einer gewissen erzählerischen Unschärfe umgeben ... Untrennbar damit verbunden ist seit Jahrzehnten auch die öffentliche Debatte um Amandas Geschlechtsidentität bei Geburt (vermutlich) am 18. November 1939 in Saigon, die bereits in den 1970er-Jahren in der Boulevardpresse aufgegriffen wurde und immer wieder neue Spekulationen nach sich zog. La Lear selbst spielte im Laufe der Zeit gelegentlich mit diesen Erzählungen, verweigerte aber ebenso konsequent endgültige Festlegungen. Bis heute zirkulieren im Netz zudem immer wieder Dokumentabbildungen, deren Aussagekraft und Authentizität unterschiedlich bewertet werden. Ziemlich sicher ist allerdings, betrachtet #mensch all die Quellen (Bild, Wikipedia, ...), dass Amanda Lear im Berliner Travestietheater „Chez Nous“ aufgetreten ist. Und auch Stars wie zum Beispiel Romy Haag äußerten sich zu Amanda im Bezug auf Transsexualität. www.amandalear.com
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