Foto: @francisksklass
Klass Francisks Rozentals
Wem gehört der Körper eines Athleten? Dem Sport, der Öffentlichkeit – oder ihm selbst? Klass Francisks Rozentals hat darauf bereits eine Antwort gegeben. Sie ist sichtbar.
Aber fangen wir von vorne an: Es beginnt, wie so vieles im digitalen Zeitalter beginnt: mit Bildern. Ein junger Athlet, durchtrainiert, ästhetisch inszeniert, zwischen Wasser, Selfies und Badezimmer.
Klass Francisks Rozentals ist Kanuslalomfahrer, eine Disziplin, die außerhalb von Olympiajahren kaum öffentliche Aufmerksamkeit erfährt. Eine Randsportart im klassischen Sinne: hohe körperliche Anforderungen, geringe mediale Präsenz, prekäre finanzielle Perspektiven. Wer hier bestehen will, braucht nicht nur Talent, sondern auch Durchhaltevermögen – und zunehmend: ein Gespür für Öffentlichkeit. Diese Öffentlichkeit hat sich verschoben. Sie liegt nicht mehr ausschließlich in den Händen von Verbänden, Fernsehsendern oder Feuilletons. Sie ist fragmentiert, algorithmisch gesteuert, visuell getrieben. Rozentals hat das verstanden. Seine Bilder und Videos auf Social Media und OnlyFans sind keine beiläufigen Schnappschüsse, sondern kalkulierte Interventionen in einen Markt der Aufmerksamkeit. Der Körper wird dabei zur Schnittstelle: zwischen Leistung und Inszenierung, zwischen Authentizität und Strategie.
Körper, Klicks, Kanuslalom: Was Kritiker als Narzissmus abtun, lässt sich auch als ökonomische Notwendigkeit lesen. Denn die romantische Vorstellung vom reinen Sport, der sich allein aus Hingabe speist, ist längst überholt. Trainingslager kosten, Ausrüstung kostet, Reisen kosten. Fördergelder sind begrenzt, Sponsoren rar. In dieser Realität erscheint der Schritt in die Selbstvermarktung weniger als Tabubruch denn als logische Konsequenz. Doch genau hier entzündet sich der Konflikt. Sportverbände verstehen sich noch immer als Hüter eines bestimmten Ethos: Disziplin, Fairness, Vorbildfunktion. Ein Athlet, der seinen Körper nicht nur im Wettkampf, sondern auch im digitalen Raum ökonomisch nutzt, passt nur bedingt in dieses Bild. Die Grenze zwischen professioneller Selbstdarstellung und moralisch fragwürdiger Selbstverwertung wird dabei nicht klar gezogen – sie wird verhandelt. Öffentlich, oft empört, selten differenziert.
Klass Francisks Rozentals steht exemplarisch für eine Generation von Sportlern, die nicht mehr bereit ist, sich ausschließlich über Leistung definieren zu lassen. Sie sind zugleich Athleten, Unternehmer, Medienakteure. Und verdienen auch abseits der Sportwelt Geld. www.instagram.com/francisksklass, link.me/francisksklass

