Foto: www.boese-buben-berlin.de
In der Nacht zum Sonntag ist die schwule Fetisch-Location „Böse Buben“ am Sachsendamm in Berlin-Schöneberg Ziel eines Angriffs geworden.
Unbekannte Täter warfen gegen 23:30 Uhr einen Pflasterstein gegen die Glastür des Lokals, das zu diesem Zeitpunkt geöffnet war. Die Scheibe wurde dabei vollständig zerstört. Verletzt wurde nach Angaben der Betreiber niemand. Ein schwerer, blickdichter Vorhang auf der Innenseite der Tür fing sowohl den Stein als auch die Glassplitter ab. Die Täter konnten unerkannt entkommen.
Knapp dem Anschlag entgangen ist auch Jimmy Blum. Und das Drama nahm kein Ende, wie er auf Social Media berichtet: „Als hätte das Attentat gestern Nacht nicht gereicht. Heute Abend wurde mein Mann mit unserer Freundin am Hauptbahnhof Hamburg homophob angegriffen. Unglaubliche 40 Minuten hatte es gedauert, bis die Polizei kam und die Beiden mit dem Hund in Sicherheit gebracht werden konnten“.
Der Staatsschutz des Landeskriminalamts Berlin hat die Ermittlungen übernommen. Der Vorfall wird derzeit als Sachbeschädigung geführt, die Ermittler gehen jedoch von einer homophob motivierten Tat aus. Hinweise auf die Täter liegen bislang nicht vor. Der Angriff reiht sich in eine Serie von Übergriffen auf queere Einrichtungen in Berlin ein. Die Polizei bittet mögliche Zeug*innen, sich zu melden. www.boese-buben-berlin.de
Solltest Du Zeug*in oder Opfer werden, wende dich auch an MANEO: Seit 1990 ist das LGBTIQ*-Community-Projekt in vier zentralen Arbeitsbereichen aktiv: der Unterstützung von Opfern, der Dokumentation homophober Übergriffe in Berlin (Report Center), der Gewalt- und Kriminalprävention sowie im Bereich Empowerment. Als Opferhilfeberatungsstelle unterstützt MANEO Menschen in Berlin, die aufgrund ihrer sexuellen Identität Opfer von Straftaten geworden sind. Das Projekt erfasst homophobe Übergriffe – von verbalen Beleidigungen bis hin zu körperlicher Gewalt – und dokumentiert diese systematisch, um daraus gezielte Schutz- und Präventionsmaßnahmen abzuleiten. Das schwule Anti-Gewalt-Projekt erfasst gegen LGBTIQ* gerichtete Gewalttaten, also Körpergewalt, Raub und Erpressung ebenso wie sexuelle Übergriffe, Bedrohung, Beleidigung, Diskriminierung und Mobbing: 030 216 33 36. Einen Vorfall online melden kannst du hier: MANEO.

