Foto: @denckerschneider
Wenn sich im September die Fuggerstraße in eine Bühne aus Leder, Latex und gelebter Freiheit verwandelt, zeigt Berlin wieder eine seiner markantesten Seiten. Vom 10. bis 13. September bringt Folsom Europe die internationale Queer-, Leder- und Fetischszene nach Schöneberg – laut, selbstbewusst und mit einer Atmosphäre, die irgendwo zwischen Straßenfestival, Community-Treffen und Kulturereignis liegt.
Das Herzstück des Wochenendes schlägt auf den Straßen rund um die Fugger- und Welserstraße. Am Freitagabend (11. September, 18 bis 21 Uhr) und am Samstag (12. September, 12 bis 21 Uhr) wird das Viertel zur autofreien Partymeile. Drei Bühnen liefern den Soundtrack, DJs sorgen für treibende Beats, während Food-Stände und zahlreiche Fetisch-Labels ihre neuesten Designs präsentieren. Zwischen Harness, Boots und Latex geht es dabei längst nicht nur um Mode – sondern um Sichtbarkeit, Identität und die Freude daran, sich ohne Scham auszudrücken.
Mit der „Animal Farm“ bekommt auch die Puppy- und Furry-Community ihre eigene Bühne. Hier trifft verspielte Performance auf eine Subkultur, die in den vergangenen Jahren immer sichtbarer geworden ist und längst fester Bestandteil der queeren Szene ist. Wer Berlin aus einer anderen Perspektive entdecken möchte, findet im Rahmenprogramm ungewöhnliche Stadttouren. Die offizielle „Puppy Bus“-Tour oder die „Fetisch Mix Bus“-Tour starten am Axel Hotel Berlin und verbinden queere Stadtgeschichte mit einem Blick auf die lebendige Fetischkultur der Hauptstadt. Das Festival wird so auch zu einer Reise durch Berlins Vergangenheit und Gegenwart – von den historischen Orten der Emanzipation bis in die Klubs der Gegenwart.Denn nach Sonnenuntergang verlagert sich das Geschehen in die Nacht. Über die ganze Stadt verteilt laden Klubs zu Themenpartys und internationalen Events ein. Einer der Höhepunkte ist die „PiG Party“ am Samstagabend in der Alten Münze – eine reine Männer-Fetischparty, die seit Jahren zu den gefragtesten Veranstaltungen des Wochenendes zählt. Folsom Europe ist dabei weit mehr als ein spektakuläres Straßenfest. Es steht für eine Community, die Vielfalt nicht nur feiert, sondern lebt. Zwischen Lederwesten, Latexmasken und Hundemasken entsteht ein Raum, in dem Normen für ein Wochenende in den Hintergrund treten – und Individualität zum eigentlichen Dresscode wird. Genau diese Mischung aus Subkultur, Offenheit und Berliner Nachtleben macht das Festival zu einem der außergewöhnlichsten Termine im europäischen Eventkalender. folsomeurope.berlin
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