Der queere Sänger LEOPOLD wurde in seiner Wohnung überfallen. Nachfolgend das schriftliche Statement von LEOPOLD zum Überfall auf ihn in seiner eigenen Wohnung durch ein vermeintliches Grindr-Date, vorgefallen am Dienstag, den 19.5.2026:
„Ich möchte das, was mir diese Woche passiert ist, öffentlich machen, um mögliche andere Betroffene zu warnen und im Bestfall zu schützen und weil ich mich nicht dafür schämen möchte. Ich wurde diese Woche von einem vermeintlichen Grindr-Date in meiner Wohnung überfallen, angegriffen und über drei Stunden festgehalten. Das waren zunächst zwei Männer, ein Dritter ist später dazu gekommen. Einer der beiden hat mir relativ zu Beginn ein paar Mal auf den Kopf geschlagen, sodass ich eingeschüchtert war. Zum Glück haben sie mich sonst nicht weiter körperlich verletzt. Sie wollten Bargeld von mir. Da ich zu wenig zu Hause hatte, haben sie versucht, erst Geld abzuheben und dann aus meinem Online-Banking zu überweisen. Sie haben mir zeitweise meinen Schlüssel, Bankkarten und Handy abgenommen, hatten Zugang zu meinem Handy und allen Apps inklusive aller Social-Media-Plattformen.“
„Sie haben meine ganze Wohnung durchsucht und alle meine Sachen durchwühlt. Sie haben mehrere Videos von mir in Unterwäsche gemacht. Sie haben mich beschimpft, queerfeindlich beleidigt und haben mir mehrfach Gewalt angedroht, das aber dann nicht weiter in die Tat umgesetzt. An einem Punkt wollte einer der beiden mich dazu zwingen, vermeintliches Kokain zu nehmen. Dies konnte ich abwenden und musste es nicht einnehmen. Bevor sie gegangen sind, haben sie mir wieder meinen Schlüssel und mein Handy ausgehändigt, meine Bankkarte haben sie behalten. Ich habe dann die Polizei gerufen und alles zur Anzeige gebracht. Ich hatte Glück im Unglück. Das ist wirklich alles sehr krass und ich habe noch nicht realisiert, was da alles passiert ist und was noch alles hätte passieren können. Ich habe mich vollkommen beschämt, erniedrigt, hilflos und ausgenutzt gefühlt. Ich bin auch immer noch damit überfordert, wie ich am besten damit umgehen soll, aber es fühlt sich für mich richtig an, das hier heute öffentlich zu machen. Ich habe nichts falsch gemacht und ich muss mich nicht dafür schämen, was mir passiert ist und angetan wurde. Mir geht es im Moment den Umständen entsprechend in Ordnung. Ich habe eine tolle Familie und liebe Freund*innen, die für mich da sind und mich unterstützen. Des Weiteren bin ich in psychologischer Behandlung. Was dieser Vorfall auf lange Sicht für mich bedeutet, kann ich im Moment noch nicht abschätzen. Ich versuche in dieser krassen und absurden Situation so gut wie möglich damit umzugehen und einigermaßen Normalität herzustellen. Und ich möchte andere davor warnen, damit ihnen nicht das gleiche angetan wird, wie mir. Ich wünsche das niemandem. Niemand hat es verdient, so etwas erleben zu müssen. Ich möchte, dass die Täter gefunden werden, damit sie nicht noch anderen Schaden zufügen können.“
Wir wünschen LEOPOLD viel Kraft, das Erlebte zu verarbeiten. Wirst du Zeug*in oder Opfer von Gewalt, wende dich an die Polizei und an MANEO.
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