Foto: M. Rädel
Lokschuppen, Chantals House of Shame, Milan
Regelmäßig berichten wir über die angesagte Party, die seit einigen Jahren von dem Künstler Milan Brinker veranstaltet wird. Für uns hatte er etwas Zeit.
Wie würdest du die Party beschreiben? Genau wie bisher ist MEMBERS eine schwule und zugleich heterofreundliche Dance-Party aus Berlin mit klarem Fokus auf gute Musik.
Und was hat sich verändert, seitdem du sie übernommen hast? Veränderung ist etwas Organisches – natürlich orientiere ich mich an dem Geist, für den MEMBERS früher stand. Aber man kann nichts eins zu eins kopieren, weil jeder Mensch (Veranstalter) eine andere Haltung und Perspektive mitbringt. Darüber hinaus, wenn etwas zu lange unverändert bleibt, wird es irgendwann langweilig – das möchte ich vermeiden. Ich versuche daher, das Event Schritt für Schritt weiterzuentwickeln. Gleichzeitig bleibt der Kern gleich: MEMBERS soll ein Ort für entspannte, erwachsene Typen sein, so wie ich das Publikum von früher in Erinnerung habe: Bart, Jeans, Tanktop, T-Shirt oder gerne auch topless – unkompliziert, authentisch. Es soll auch ein sicherer Hafen sein für alle, die sich nicht in der beliebigen Mainstream-Nachtlandschaft wiederfinden. MEMBERS bietet genau das. Aber ganz klar: Jede und jeder ist willkommen und darf den eigenen Stil mitbringen. Genau das ist Berlin.
Worauf achtest du beim Booking? Entscheidend ist für mich das Gesamtgefühl: Passt der Artist atmosphärisch zu MEMBERS? Und natürlich der Sound – er/sie muss klar zum Konzept passen. Bestimmte Strömungen, wie etwa klassischer Circuit-Sound, funktionieren hier eher nicht. Darüber hinaus spielt die Persönlichkeit auch eine Rolle. Wie tritt jemand auf? Welche Ausstrahlung bringt die Person mit? Für mich zählt das Gesamtpaket. MEMBERS soll nicht nur musikalisch stimmig sein, sondern auch menschlich.
Es gab viele Ortswechsel. Stressen dich die vielen Umzüge oder motivieren sie dich? Beides. Ursprünglich hätte ich mir einen festen Ort gewünscht. Der Wechsel am Anfang war nie strategisch geplant, sondern ist aus den Umständen entstanden. Natürlich bedeutet jeder Umzug viel organisatorische Arbeit und neue Verhandlungen. Gleichzeitig ist genau das auch eine wertvolle Erfahrung, an der ich wachse. Positiv ist, dass es immer wieder Locations gibt, die Interesse an MEMBERS haben. Darüber hinaus schätzen viele Gäste gerade die Bewegung und Abwechslung. Im Moment beobachte ich bewusst, wie sich alles entwickelt, und lasse dem Ganzen etwas Raum.
Worauf freust du dich im Sommer? Privat verbinde ich mit dem Sommer nichts Spektakuläres. Seit Ende letzten Jahres habe ich einen neuen Job begonnen, in dem ich viel lernen und mich weiterentwickeln kann. Daneben nehme ich mir Zeit für Reisen, persönliche Entwicklung und meine Hobbys, im Grunde ganz normale Dinge. Ob es draußen warm oder kalt ist, spielt dabei für mich keine besondere Rolle. Was MEMBERS betrifft: Im Sommer bietet der FluxBau mit seiner Terrasse direkt an der Spree ein echtes Highlight für warme Nächte. Das erweitert das Erlebnis deutlich. Und vielleicht gibt es auch wieder ein Sommer-Special wie im letzten Jahr – mal schauen ob und wo.
*Interview: Michael Rädel
Die nächste Party steigt am 22. Mai, members-berlin.de.
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