Foto: M. Hamann / schwuZ.de
SchwuZ
Das SchwuZ hat noch auf – geht hin und unterstützt es!
Leider geht es dem 1977 entstandenen Klub nicht besser. Vor 12 Stunden war es dann leider so weit, auf Social Media wurde folgendes Statement gepostet:
„Das SchwuZ hat Insolvenz angemeldet. Einer der größten queeren Clubs in Berlin, Deutschland. Aber: Wir wollen nicht aufgeben! Seit fast 50 Jahren ist das SchwuZ nicht einfach nur ein Club. Es ist ein zweites Wohnzimmer. Ein Ort für queere Kunst, Community, Familie, Widerstand. Hier haben viele von uns gefunden, wonach wir gesucht haben: ein Zuhause, unsere Wahlfamilie und Freiheit. Und dieses Zuhause soll bleiben – für uns und für alle, die noch kommen. Für zukünftige queere Generationen, die einen Ort brauchen, der sie auffängt, stärkt und sichtbar macht. Jetzt zählt jede*r. Kommt zurück. Feiert mit uns. Teilt diesen Post. Zeigt, dass das SchwuZ gebraucht wird“
Seit seiner Gründung im Jahr 1977 zählt das SchwuZ zu den bedeutendsten und traditionsreichsten Klubs Berlins, insbesondere in der queeren Kulturszene. Mit einem vielseitigen Veranstaltungsprogramm, das an Wochenenden und häufig auch unter der Woche stattfindet, bietet der Klub Raum für ein breites musikalisches Spektrum – von Eurodance, Hip-Hop und Pop über House und Elektro bis hin zu Disco-Formaten wie der Partyreihe „bump!“. Die Bühne des SchwuZ war und ist nicht nur Schauplatz für DJ-Sets und Drag-Performances, sondern auch für Konzerte namhafter Künstler*innen wie Blondie und Rick Astley. Darüber hinaus dient der Klub regelmäßig als Ort für kulturelle und politische Community-Veranstaltungen. Auch international bekannte Persönlichkeiten wie Jean Paul Gaultier, Wolfgang Joop und Erasure zählten bereits zum Publikum. Im Jahr 2020 wurde das SchwuZ mit dem Respektpreis für sein langjähriges Engagement in der queeren Szene ausgezeichnet. Trotzdem begann für viele der Niedergang mit dem Umzug der queeren Institution vom Mehringdamm in Kreuzberg nach Neukölln, das war 2013. Der Klub wurde viel, viel größer, der Betrieb professioneller – für manchen Gast auch etwas zu wenig familiär. Trotzdem funktionierten Partys wie die „Madonnamania“ und „Popkicker“ hervorragend. Dann kam Corona.
Und es scheint, als ob danach die Gäste immer weniger wurden. Überall in Berlin, das Ausgehverhalten hat sich merklich verändert. Die Mieten für die Klubs stiegen, die Nebenkosten auch und irgendwann auch der Eintrittspreis. Und über 15 Euro zahlt die queere Community dann doch nicht so gerne. Kann es oft nicht! Trotzdem ist es wichtig, die Klubwelt nicht hängen zu lassen, hinzugehen, Geld auszugeben, die Welt bunt zu erhalten.

