Fotos: Magnific / CC0 / M. Rädel
Darf #mensch nach dem Terror gegen den CSD feiern? Vielleicht muss man es sogar. Nicht aus Verdrängung, sondern aus Trotz.
Berlin liebt seine Nachtwanderungen. Kaum scheint ein Ort fest verankert, zieht die Community weiter, folgt dem nächsten Versprechen von queerer Gemeinschaft, Exzess und Zugehörigkeit. Oder dem Druck der Gentrifizierung. Und so schlägt das SCHWUZ (einst: Schwulenzentrum Berlin) am 14. August sein temporäres Zuhause in der Renate (Alt-Stralau 70) auf – übrigens seit Mai auch die Heimat von Nina Queers „Irrenhouse“.
Nach einer Nacht im Metropol, die eher kollektiver Freudentaumel als bloße Party war (wir berichteten), geht die Reise weiter. Die auf Social Media angekündigte „House Party“ wird sicherlich ebenso begeistern. Passend dazu wird der Zugang nicht einfach verkauft, sondern inszeniert. Die Tickets erscheinen / erschienen in separaten Drops, deren Termine jeweils mindestens eine Woche im Voraus angekündigt werden. Wer dabei sein möchte, braucht also nicht nur Lust auf die Nacht, sondern auch ein wenig Aufmerksamkeit für ihren Vorlauf. Los geht es am 14.8. dann übrigens schon um 18 Uhr!
Kann #mensch nach dem Anschlag auf den CSD einfach weiterfeiern? Vielleicht ist genau das die einzige angemessene Antwort. Denn wer sich aus Angst wieder in die Unsichtbarkeit drängen lässt, überlässt den islamistischen Tätern das Feld. Sichtbarkeit ist in diesem Moment mehr als ein Fest – sie wird zum Akt des Widerstands. Denn es geht längst nicht mehr um Unbeschwertheit, sondern um Beharrlichkeit. Am Ende bleibt die alte Erkenntnis der Berliner Klubkultur: Zuhause ist nicht unbedingt ein Ort. Manchmal ist es eine Tanzfläche. Und für diese eine Augustnacht heißt dieses Zuhause womöglich SCHWUZ (bis 2026 SchwuZ). Unsichtbarkeit war nie ein Schutzraum – sie war immer ein Zwang. In sie dürfen wir uns nicht zurückdrängen lassen. schwuz.ditix.shop
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