Foto: GM Films
Szene aus „Stonewall“ aus dem Jahr 1995; läuft beim Festival als originale 35mm-Kopie.
Vom 29. Oktober bis 8. November steigt das diesjährige Queer Filmfest im Kommunalen Kino Weiterstadt – und feiert sein 30. Jubiläum. Wir haben vorab mit Philipp vom Team gesprochen.
Philipp, erst mal herzlichen Glückwusch zum Jubiläum! Kannst du etwas zur Entstehungsgeschichte des Festivals erzählen? Jochen, unser Festivalgründer ist oft nach Hamburg gefahren und Festivalkolleg:innen aus Hamburg sind nach Weiterstadt zum Open Air gefahren. Jedenfalls hat Jochen Leute aus Hamburg kennen gelernt, die die schwul-lesbischen Filmtage dort organisiert haben, und zack kam Jochen auf die Idee: Sowas braucht es in Weiterstadt auch, und dann ging es los …
Jochen Politt, von dem du sprichst, ist im Januar nach langer Krankheit traurigerweise gestorben. Wie habt ihr den Verlust verarbeitet? Zu Ehren von Jochen hatten wir einen gemeinsamen Gedenkabend im Kino organisiert. Jochen hat nicht nur das QUEER Filmfest gegründet, sondern war auch Mitbegründer des Kommunalen Kinos Weiterstadt und des Open Air Filmfests Weiterstadt – und hat damit die Kinokultur weit über Weiterstadt hinaus geprägt.
Gibt es thematische Schwerpunkte im diesjährigen Programm? Oder Filme, die du empfehlen kannst, weil sie außerhalb des Festivals wohl kaum in den Kinos laufen werden? Einen thematischen Schwerpunkt haben wir nicht wirklich, sondern wir sprechen verschiedene Aspekte queeren Lebens sprechen an, beziehungsweise wir stellen dem Publikum Fragen: Was bedeutet Altern in der queeren Szene? Was ist eigentlich Ballroom und wo kommt dies her?
Wir schauen auch ein wenig zurück mit zwei Retro-Filmen. Wir zeigen unter anderem die erste „Stonewall“-Verfilmung aus dem Jahr 1995 als besonderes Event: Es gibt den Film auf 35mm zu sehen. Die Filmkopie ist über 30 Jahre alt und scheint noch zu laufen. Und natürlich zeigen wir auch wie gewohnt aktuelle queere Filme.
Foto: DCM Stories
Szene aus „Der Heimatlose“ von Kai Stänicke, der mit dem QueerScope-Debütfilmpreis 2026 ausgezeichnet wurde.
Euer Festival ist Teil von QueerScope, dem Verband der unabhängigen queeren Filmfestivals; was bedeutet der Zusammenschluss? Der Verband vergibt jährlich auch einen Filmpreis – welcher Film wurde 2026 ausgezeichnet und wird er bei euch zu sehen sein? QueerScope ist ein unabhängiger Dachverband von queeren Filmfestivals. Dieser Zusammenschluss ist für unsere Filmfeste wichtig, da wir im ständigen Austausch mit den Kolleg:innen anderer Festivals stehen. Einen Teil unserer Festivalförderung erhalten wir von QueerScope und gemeinsam verleihen wir den QueerScope-Debütfilmpreis.
2026 wurde „Der Heimatlose“ von Kai Stänicke mit dem QueerScope-Debütfilmpreis ausgezeichnet. Und natürlich zeigen wir ihn, am 8. November um 17 Uhr im Kommunalen Kino. Wir befinden uns gerade im Gespräch, ob der Regisseur nach Weiterstadt für ein Filmgespräch vorbeikommen wird.
29.10. – 8.11., Queer Filmfest Weiterstadt, Festivalzentrum Kommunales Kino, Carl-Ulrich-Str. 9, Weiterstadt, alle Infos ab Mitte Oktober über queer-weiterstadt.de