Der niederländische Künstler und Städelschule-Professor Willem de Rooij gilt als einer der einflussreichsten Kunstschaffenden seiner Generation. Das MMK Frankfurt zeigt derzeit eine das gesamte MMK 2 umfassende Rauminstallation bestehend aus drei Werkgruppen älteren Datums.
Die Werke de Rooijs beschäftigen sich mit einer Kunst-Welt nach Konzeptueller Kunst, Postmodernismus und den darauffolgenden Kategorisierungen und stellt damit die Frage nach der Kunst von heute, im Hier und Jetzt. Dabei verwendet de Rooij immer wieder Werke anderer Künstler, nimmt auf sie Bezug, benutzt Artefakte aus anthropologischen Sammlungen, gruppiert sie neu und stellt sie eigenen Werken gegenüber.
Oftmals geht es um das genaue Hinschauen, die Aufmerksamkeit, mit der man feine Unterschiede erst beim zweiten Hinsehen feststellt. Schönes Beispiel sind die mit Floristen angefertigten Bouquettes, opulente Blumensträuße, in denen keine Blume doppelt vorkommt.
Im MMK sind außerdem die großformatigen, gewebten Textbilder aus der Serie „Weavings“ zu sehen. Für seine Serie „Index: Riots, Protest, Mourning and Commemoration“ fertigt de Rooij Collagen aus Zeitungsfotos aus aller Welt an, die Bezug zu aktuellen Geschehnissen stehen. Allerdings fehlen erklärende Texte oder Bildunterschriften, so dass eine historische Zuordnung unmöglich erscheint – was macht das mit der Wahrnehmung des Betrachters?
Ebenfalls zu sehen ist de Rooijs umfangreiche Sammlung von Sportbekleidung der chinesisch-niederländischen Designerin Fong Leng, die aus den 1990ern stammt. So sieht de Rooij die Welt, in der wir leben und in der er als Künstler arbeitet.
„Willem de Rooij. Entitled“ ist noch bis 8. Januar zu sehen im MMK 2 im Taunus Turm, Taunustor 1, Frankfurt, www.mmk-frankfurt.de


