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Am 13. September startet der diesjährige „Lauf für mehr Zeit“, der Benefizlauf zu Gunsten der AIDS-Hilfe Frankfurt samt Fest auf dem Opernplatz. Gelaufen werden fünf oder 10 Kilometer, dazu gibt es Läufe für Kinder und auch einen fünf-Kilometer-Walk.
Ziel ist es unter anderem, Spenden für die umfangreiche Arbeit der AIDS-Hilfe Frankfurt AHF zu sammeln. Dafür sind – neben den Startgebühren – die Spendenläufer*innen ein wichtiger Teil. Sie sammeln im Vorfeld Geld im Bekannten- und Kolleg*innenkreis. Im Interview sprechen wir mit Albrecht Knoll, einem langjährigen Spendenläufer, der jedes Jahr zur Gruppe der Spendenläufer:innen mit den höchsten Einnahmen gehört.
Albrecht, seit wann nimmst du als Spendenläufer beim Lauf für mehr Zeit teil? Ich bin tatsächlich schon beim ersten Lauf 1996 dabei gewesen, damals noch unter der Leitung von Theo Sandbaumhüter. Da hieß es noch „Lauf gegen die Zeit“. Damals ging es darum, den ambulanten Pflegedienst der AIDS-Hilfe zu retten. Man hat gedacht, das sei eine einmalige Aktion, aber ich habe damals auch schon Spenden gesammelt.
Und du bist heute immer noch als aktiver Läufer und Spendensammler dabei? Ja, die ganzen Jahre. Es gab ein Jahr, da hatte ich eine Verletzung und konnte nicht mitlaufen. Ich bin dann überredet worden und habe trotzdem teilgenommen, als „passiver Spendenläufer“. Aber ich muss auch sagen, ich bin froh über für jeden, der mitmacht. Ich werde dieses Jahr 68, und da frage ich schon manchmal: brauche ich das noch? Auf der anderen Seite motiviert mich der Lauf immer wieder, zu trainieren. Ich denke, bis 70 mache ich‘s noch.
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Albrecht Knoll
Was war und was ist deine Motivation, Spenden für die AIDS-Hilfe Frankfurt zu sammeln? Also da bin ich natürlich von der frühen Aids-Zeit geprägt. Wir haben die Aids-Pandemie ja noch miterlebt. In der Anfangszeit gab es kaum einen Monat, wo mal keiner aus dem Freundeskreis gestorben ist. Das war eine schreckliche Zeit. Mein damaliger Freund war HIV-positiv, schon bevor ich mit ihm zusammengekommen bin. Er war der erste Positive, den ich überhaupt kennengelernt habe. Positiv zu sein war dramatisch damals, wie ein Todesurteil, weil es keine Medikamente gab. Und die AIDS-Hilfe hat sich damals um die Kranken gekümmert. All das war im Grunde genommen der Anlass, zu sagen, ich engagiere mich in der AIDS-Hilfe. Der Kreis der Menschen, um die sich die AIDS-Hilfe heute kümmert, ist ja unglaublich groß geworden und die Projekte haben sich verändert. Die AIDS-Hilfe ist ein Riesenladen und wirklich vielfältiger als man denkt. Früher waren es fast nur für Schwule, mittlerweile ist da ja zum Beispiel auch viel Drogenarbeit dabei. Aber das stört mich nicht. Ich finde die Arbeit der AIDS-Hilfe trotzdem gut. Ich finde das Switchboard toll. Ich finde Kiss toll. Und es steckt im Kern ja trotzdem immer noch „schwule Arbeit“ dahinter.
Die Zahl der Spendenläufer*innen liegt ungefähr im unteren zweistelligen Bereich; das ist im Vergleich zur Gesamtzahl der Teilnehmenden verschwindend gering … Ja, das ist aber auch nichts Neues. Ich selbst kenne so viele Gutverdienende, die aber nur mitlaufen, weil sie Spaß am Laufen haben. Die bezahlen ihre Startgebühr und laufen. Ich frag‘ dann immer, wieso sie nicht im Kolleg*innenkreis auch eine Spendenaktion starten? Das geht ja mittlerweile über die Website des Laufs ganz einfach, und man kann das auch gleich in Social Media teilen. Und als Spendenläufer*in muss man auch keine Startgebühren bezahlen. Das wissen auch die Wenigsten. Als Tipp finde ich das Co-Sponsoring eine gute Idee: Man motiviert andere, als Spendenläufer*in teilzunehmen und sponsort sich dann auch gegenseitig. Ich habe im Laufe der Jahre viele Stammspender gewonnen, das sind so um die 70 Leute, die geben jeweils so um 20 oder 50 Euro. Und ich habe aber auch einen Spender, der ist aus der Kirche ausgetreten und rechnet jedes Jahr seine fiktive Kirchensteuer aus und spendet die dann. Das sind meistens um die 2.000 Euro. Und so komme ich auf die hohen Summen. In Bezug auf die Spendenläufer*innen habe ich immer das Gefühl, dass die AIDS-Hilfe das nicht genügend publik macht. Beim Lauf geht es der AIDS-Hilfe meiner Meinung nach auch viel um Öffentlichkeitsarbeit. Aufmerksamkeit für ihre Arbeit bekommt die AIDS-Hilfe mit dem Lauf für mehr Zeit ja auch eine Menge. Der Opernplatz ist ein prominenter Ort in Frankfurt – und das ist ja auch schon eine schöne Sache.
*Interview: Björn Berndt
Der „Lauf für mehr Zeit“ 2026 findet am 13. September statt; Infos und Anmeldung als Läufer*in und Spendenläufer*in über lauf-fuer-mehr-zeit.de. Auf der Website findet man auch die Spendenaktion von Albrecht Knoll „Albrechts Lauf für mehr Zeit 2026“