Foto: T. Paul
MKSM
Als weiteren Vorboten seiner ersten deutschsprachigen EP veröffentlicht der russischstämmige Queer-Aktivist und Musiker am 13. Februar den Song „Ich frag nicht mehr wann“.
Auch diesmal geht es um seine Vergangenheit: „‚Ich frag nicht mehr wann‘ ist eine Liebeserklärung an meine russische Oma, die ich viel zu lange nicht gesehen habe“, erklärt MKSM. „Meine Oma ist ein Mensch, bei dem ich immer so sein durfte, wie ich bin. Sie war mein Safe Space, lange, bevor ich dafür Worte hatte. Bei ihr war ich immer richtig“.
MKSM wurde in Russland geboren und wuchs in der Ukraine auf. Mit 10 Jahren kam er nach Deutschland. Besuche in Russland sind seit langem nicht mehr möglich: „Uns trennen jetzt nicht nur Länder, sondern auch Russlands Anti-Queer-Politik und ein Krieg“, sagt MKSM. „Und als queerer Aktivist bin ich in meiner ersten Heimat nicht mehr willkommen“.
Um seine Geschichte als queerer Spätaussiedler unmissverständlich erzählen zu können, entschloss sich MKSM, deutsche Texte zu schreiben. „Die ersten Songwriting-Sessions waren unglaublich intensiv - es hat sich angefühlt, als würde sich eine völlig neue Welt öffnen“, erklärt MKSM im GAB-Interview. „Ich liebe es, auf Deutsch zu schreiben, auch wenn mir lange der Mut dazu gefehlt hat. Diese Entscheidung habe ich keinen Moment bereut“.
MKSM ist außerdem am 27. Februar Special-Live-Guest bei Maurice Conrads Album-Release-Party im Frankfurter Elferclub – dort werden sie einen neuen gemeinsam Song performen.