Foto: Wango Deligiannis
Vanessa P.
Wie männlich muss ein Mann heute eigentlich sein? Die aktuelle Staffel von GNTM und die Äußerungen der Gastjuroren haben mich nachdenklich gemacht. Von Männern wird heute ziemlich viel erwartet. Sie sollen männlich sein, aber bitte nicht zu Macho. Gefühle zeigen? Ja, aber bitte nur in Maßen. Modern sein? Ja bitte, aber mit einem Hauch von Tradition. Das klingt für mich alles widersprüchlich.
Und wie schaut es in der schwulen Community aus? Sind wir freier mit dem Männlichkeitsbild? Nein! Nicht nur in Dating-Portalen herrschen immer noch Sätze wie „no Femmes“ oder „nur maskulin“, die null Toleranz erkennen lassen. Ich finde das paradox, gerade in unserer Community, die eigentlich für Vielfalt stehen sollte.
Gott sei Dank gibt es aber auch eine andere Entwicklung: Insbesondere die jüngeren Queers gehen viel offener mit diesem Thema um, und die Grenzen zwischen männlich und weiblich verschwimmen – oder um es in der Sprache der Gen Z zu sagen: Wir sind „genderfluid“.
Das Schubladendenken, in dem wir Menschen oft stecken, passt immer weniger. Viele definieren sich nicht mehr über diese klassischen Bezeichnungen „männlich“ oder „weiblich“ und sind dadurch freier – und vielleicht auch ehrlicher.
Ich glaube wir befinden uns gerade sehr im Wandel und stehen zwischen alten Zwängen und neuen Freiheiten. Und genau dieser Moment ist vielleicht die Chance, den alten Druck loszulassen und einfach man selbst zu sein. Also, ich entscheide mich für die Freiheiten!
Aber wie ihr bereits wisst:
Nobody is perfect.