Die Ruhrtriennale – das Festival der Künste – lädt jedes Jahr zeitgenössische Künstler*innen dazu ein, die imposante Industriearchitektur des Ruhrgebiets in spektakuläre Aufführungsorte für Musiktheater, Schauspiel, Tanz, Performance, Konzert, Installation und Bildende Kunst zu verwandeln.
Es gibt wenige Festivals, die ihren Spielorten so viel Respekt zollen wie die Ruhrtriennale. Wo einst Kohle gefördert und Stahl gegossen wurde, entsteht jeden Herbst eine Bühnenlandschaft ohne Gleichen. Auch in diesem Jahr präsentiert das Festival wieder ein ambitioniertes Programm mit fünf Uraufführungen und gleich neun deutschen Erstaufführungen.
Noch bis 20.9., „Ruhrtriennale 2026“, diverse Locations in Bochum, Duisburg, Essen, Dortmund und Gladbeck, Programm und weitere Infos unter www.ruhrtriennale.de.
David Bowies Erbe: „Rebel Rebel“ in Bochum
Ein absolutes Herzstück des Festivals widmet sich einem der größten gender bending Genies der Musikgeschichte: David Bowie. Ivo Van Hove, den Bowie im Jahr 2016 mit der Inszenierung von „Lazarus“ betraut hatte, kreiert nun mit „Rebel Rebel“ ein neues Musiktheater aus dem gesamten Schaffen des musikalischen Genies.
Benannt nach einem von Bowies berühmtesten Songs, entfaltet sich hier eine packende Dystopie: In einer verrohten Gesellschaft sind Nähe und zwischenmenschliche Beziehungen verboten. Entfremdung und Isolation werden gesetzlich verordnet. Ein junges Paar leistet Widerstand und erschafft sich seine eigene Utopie, denn der Mensch ist stärker als jedes repressive Regime.
Bowies Langzeit-Mitstreiter Henry Hey übernimmt die musikalische Leitung und mit dem Star-Choreografen Sidi Larbi Cherkaoui wird das Stück zu einem brennenden Kommentar auf unsere Gegenwart.
30.8. sowie 1. und 2.9., „Rebel Rebel“, Jahrhunderthalle Bochum, An der Jahrhunderthalle 1, Bochum
Erleuchtung jenseits der Rollenbilder: „SIDDHARTHA“
Abgeschirmt von allem Leid ist Siddharthas Leben vorbestimmt. Eine innere Stimme drängt ihn zum Abschied. Er durchschreitet viele Lebenswege, bevor er in der Widersprüchlichkeit des Lebens Erfüllung findet. In Hermann Hesses Roman ist die Hauptfigur nicht der historische Buddha, sondern ein normaler Mensch mit Ängsten, Fehlern und leisen Hoffnungen.
Die belgische Regisseurin Lisaboa Houbrechts bricht in ihrer Adaption die traditionell zugeschriebenen Geschlechterrollen auf und befreit die Figuren aus ihren historischen Korsetten. Besetzt mit der Singer-Songwriterin Meskerem Mees in der Hauptrolle und getragen von den Kompositionen von Caroline Shaw sowie dem Lettischen Rundfunkchor, verschmelzen Schauspiel, Pop-Improvisationen und Sufi-Gesänge in der Maschinenhalle Zweckel zu einer berauschenden Reise zur Erleuchtung.
10., 11., 12., 13.9., „SIDDHARTHA“, Maschinenhalle Zweckel, Frentroper Straße 74, Gladbeck
