Ein Coming-out ist nie eines. Es ist das Gespräch mit den Eltern, dann das mit den Kolleg*innen, dann das im Sportverein, im Pflegeheim, beim neuen Hausarzt. Manche verlaufen unspektakulär, andere kosten Beziehungen.
Wem sage ich es zuerst?
Meist dem, bei dem am wenigsten auf dem Spiel steht – und das sind selten die Eltern. Es gibt keine Pflicht zur Reihenfolge und keine zur Vollständigkeit. Wer in einem Bereich offen lebt und in einem anderen nicht, ist nicht inkonsequent, sondern vorsichtig.
Was, wenn es schiefgeht?
Dann bleibt die Wohnung als Frage, das Geld, der Kontakt zu Geschwistern. Für Jugendliche kann das existenziell werden, deshalb gehört ein Plan dazu: Wer nimmt mich auf, wen rufe ich an. Beratung hilft beim Vorbereiten, auch anonym. Wer in einer akuten Krise steckt: Telefonseelsorge, rund um die Uhr und kostenlos: 0800 111 0 111.
Und im Alter?
Es gibt kein Alter, in dem es zu spät wäre. Manche outen sich mit sechzig, nach einer Ehe und Kindern. Diese Geschichten kommen seltener vor und sind nicht seltener.
Auch dazu: Outing, Psychologie, Familie, Arbeit, Schule

