Er war der Mann an der Seite von Angelina Jolie, als diese im Jahr 2000 ihren Oscar abräumte – und der mysteriöse Bussi-Bruder, über den sich die Klatschpresse jahrzehntelang das Maul zerriss. 26 Jahre später macht James Haven endlich eigene Schlagzeilen und klärt das Ganze auf seine Weise: Der 53-Jährige hat sich in einem Livestream auf Substack als schwul geoutet.
Er war der Mann an der Seite von Angelina Jolie, als diese im Jahr 2000 ihren Oscar abräumte – und der mysteriöse Bussi-Bruder, über den sich die Klatschpresse jahrzehntelang das Maul zerriss. 26 Jahre später macht James Haven endlich eigene Schlagzeilen und klärt das Ganze auf seine Weise: Der 53-Jährige hat sich am Donnerstag, 6. August, in einem rund 35-minütigen Livestream auf Substack als schwul geoutet. „I'm gay. I'm a lot of things“, so der ehemalige Schauspieler.
„Ich bin jetzt frei“
Besonders pikant und berührend zugleich: Ausgerechnet seine Ex-Frau Romi Imbelli saß im Stream neben ihm. Die beiden kannten sich seit zwei Jahrzehnten, heirateten im August 2024, wenige Wochen später zerbrach die Ehe jedoch wieder. Im Juni 2025 wurde sie schließlich annulliert.
Trotz der schmerzhaften Vorgeschichte gab es im Stream volle Rückendeckung. Imbelli betonte, ihre Aufgabe sei es nicht gewesen, ihn zu outen, sondern ihn auf seinem Weg zu Selbstakzeptanz und Freiheit zu unterstützen. Haven bedankte sich gerührt: „Danke, dass du mir erlaubt hast, das zu sein, was ich sein sollte.“
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Haven selbst blickt ohne Groll, aber mit viel Nachholbedarf zurück. Als Kind habe er Disney-Prinzessinnen geliebt, heimlich Glitzer auf seine Wangen und Mascara auf seine Wimpern aufgetragen, so Haven. Damals habe ihm die Sprache dafür gefehlt, warum sich diese Momente für ihn so stimmig anfühlten. Es sei ihm nie darum gegangen, jemand anderes zu sein, dennoch wolle er sich nicht länger für jene Teile seiner Persönlichkeit entschuldigen, die ihn ausmachen.
„Ich, James Haven, beginne ein neues Kapitel meines Lebens“, erklärte er in die Kamera. „Nach vielen Jahren der Heilung von Kindheitstraumata bin ich jetzt frei, das Leben zu führen, von dem ich glaube, dass es immer für mich bestimmt war. Ein Leben voller Hoffnung, Frieden und Liebe. Während sich meine Geschichte entfaltet, möchte ich, dass ihr alle wisst, dass ich sie mit offenem Herzen tue, mit nichts als Liebe zu mir selbst und zu euch allen.“
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„Wenn du dieser Mann bist: Übernimm Verantwortung“
Haven nutzt sein Coming-out auch für einen Appell an andere Männer. In dem Gespräch mit Romi Imbelli zeigt er ein Armband mit den Worten „I am that man“. Es erinnere ihn daran, Verantwortung für den Schmerz zu übernehmen, den er seiner früheren Frau zugefügt habe.
Seine Botschaft richtet er ausdrücklich an Männer unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung. Wer im Begriff sei, einen anderen Menschen zu verletzen, könne sich noch anders entscheiden. Wer bereits Schaden angerichtet habe, müsse anerkennen, was geschehen sei, und Verantwortung übernehmen. „Wenn du dieser Mann bist, übernimm Verantwortung und tu das Richtige“, sagt Haven.
Im Gespräch wird zugleich deutlich, wie eng dieser Gedanke mit seiner eigenen Geschichte verbunden ist. Imbelli beschreibt, wie beide lange an einer gemeinsamen Zukunft als Paar festhielten: Sie habe Haven nicht verlieren wollen, während er sie geliebt und geglaubt habe, für sie der Mann sein zu können, den sie sich wünsche. Haven bestätigt diese Dynamik und warnt davor, sich aus Rücksicht auf andere von der eigenen Wahrheit zu entfernen.
Später richtet sich Haven auch an LGBTIQ*s, die aus Angst vor Ablehnung mit einem Coming-out zögern. Rückblickend würde er seinem jüngeren Ich schlicht sagen: „This is who I am.“ Ob Eltern oder andere Angehörige das akzeptierten, liege dann bei ihnen. Entscheidend sei, die eigene Identität nicht länger rechtfertigen oder verteidigen zu müssen.