Kolumbien zieht sich mit sofortiger Wirkung aus der internationalen Equal Rights Coalition (ERC) zurück. Die Entscheidung sorgt für erhebliche Unruhe, da das südamerikanische Land den Zusammenschluss für LGBTIQ*-Rechte bislang gemeinsam mit Spanien angeführt hatte. Menschenrechtsorganisationen bewerten den Schritt als deutlichen Rückschritt.
Besonders bemerkenswert ist der Zeitpunkt des Ausstiegs: Kolumbien hatte erst vor Kurzem die Copräsidentschaft der Koalition übernommen, die eigentlich noch bis 2027 laufen sollte. Das kolumbianische Außenministerium teilte dem Exekutivkomitee und der spanischen Regierung am 17. September den sofortigen Rückzug mit.
Nach Angaben des Außenministeriums erfolgte die Entscheidung nach einer internen Prüfung. Die Regierung sei dabei zu dem Schluss gekommen, dass die Beteiligung an dem Bündnis derzeit keine außenpolitische Priorität darstelle.
Mit dem Klick stimmst du diesen Datenschutzbestimmungen von YouTube zu.
Der stellvertretende Minister für Migration, Konsularangelegenheiten und internationalen Schutz Pedro Agustín Roa wies zugleich Befürchtungen zurück, der Austritt könne einen Abbau von LGBTIQ*-Rechten bedeuten. Kolumbien verfüge über einen starken verfassungsrechtlichen und gesetzlichen Schutz sowie Entscheidungen des Verfassungsgerichts zum Schutz von Minderheiten aufgrund ihrer sexuellen Orientierung.
Massive Kritik von Zivilgesellschaft
Deutlich kritischer äußert sich die kolumbianische LGBTIQ*-Organisation Caribe Afirmativo, die auf zivilgesellschaftlicher Seite an der Copräsidentschaft beteiligt war. Sie bezeichnete den vorzeitigen Rückzug als ein ernstes Hindernis für den Schutz von LGBTIQ*-Rechten und die Einhaltung internationaler Verpflichtungen durch den Staat und fordert Erklärungen.
Mit dem Klick stimmst du diesen Datenschutzbestimmungen von X zu.
Die Equal Rights Coalition wurde 2016 gegründet. In dem Netzwerk arbeiten Regierungen und zivilgesellschaftliche Bündnisse eng zusammen, um Themen wie internationale Diplomatie, Gesetzgebung, Entwicklungszusammenarbeit sowie den Schutz von LGBTIQ*s weltweit voranzutreiben.
Kolumbien war der Koalition erst Ende 2024 beigetreten und hatte gleichzeitig mit Spanien deren Führung übernommen. Der abrupte Austritt beendet dieses Engagement nach nicht einmal zwei Jahren.