Der Motor der Schweizer HIV-Prävention stottert gewaltig: Aktuell gibt es massive Lieferunterbrechungen bei der oralen PrEP. Für rund 6.000 Anwender – primär schwule und bisexuelle Männer sowie trans Personen – bricht damit eine zentrale Säule ihrer sexuellen Selbstbestimmung weg. Doch während die allgemeine Lieferkette hakt, gibt es Entwarnung an anderer Stelle: Viele Apotheken und Online-Dienste halten die Stellung.
Engpass trifft die Community – aber es gibt Vorräte
Die Nachricht traf die Community unvorbereitet: Ausgerechnet jetzt, wo die PrEP seit Juli 2024 in der Schweiz endlich als Kassenleistung anerkannt ist, geht dem offiziellen Nachschub die Puste aus. Laut Dr. Gay (Aids-Hilfe Schweiz) ist derzeit unklar, wie lange die allgemeine Durststrecke anhalten wird.
Doch ein Update vom 5. März gibt Grund zur Beruhigung: In vielen Apotheken und spezialisierten medizinischen Zentren sind noch eigene Lagerbestände vorhanden. Wer also vor einem leeren Regal steht, sollte sich nicht entmutigen lassen.
Online-Versorgung bleibt gesichert
Besonders wichtig für alle, die auf Kontinuität angewiesen sind: Die Versorgung ist über Online-Bezugsstellen wie swissprep.ch weiterhin gesichert. Wer seine PrEP dort bezieht, muss vorerst keine Unterbrechung befürchten. „Achtet darauf, nur zugelassene Medikamente aus seriösen Quellen zu verwenden“, betont Dr. Gay dennoch. Eine eigenständige Beschaffung ohne ärztliche Begleitung aus dem Ausland berge nach wie vor Risiken.
Solidarität und der Griff zum Kondom
Die Aids-Hilfe setzt zudem auf den „Community-Spirit“: Wer noch reichlich Vorräte hat, soll diese im privaten Umfeld teilen – natürlich nur unter Einhaltung der korrekten Schemata. Solange die Unsicherheit anhält, führt für manche jedoch kein Weg an den Klassikern vorbei. Die Empfehlung der Experten ist klar: „Kondome schützen vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten.“ Angesichts zweistelliger Zuwachsraten bei Syphilis und Gonorrhö in der Schweiz ist das ohnehin kein schlechter Rat.