Foto: Facebook @BBCiPlayer
Es war ein Meilenstein für das queere Fernsehen im Vereinigten Königreich: Mit „I Kissed a Boy“ und dem Spin-off „I Kissed a Girl“ schuf die British Broadcasting Corporation (BBC) erstmals eine Bühne für LGBTIQ*-Dating zur Primetime. Aber nun ist Schluss. Trotz Kritikerlob und einer treuen Fangemeinde zieht der öffentlich-rechtliche Sender den Stecker.
„Keine Pläne für eine Rückkehr“
Als die BBC im Jahr 2023 „I Kissed a Boy“ startete, moderiert von Dannii Minogue, der Schwester der australischen Pop-Ikone Kylie Minogue, war das Medienecho gewaltig. Es war die erste Datingshow des Landes, die sich ausschließlich auf die queere Community konzentrierte. Nun wurde bekannt: Eine Fortsetzung wird es nach der kommenden zweiten Staffel von „I Kissed a Girl“ nicht geben. Ein Sprecher der BBC bestätigte die Entscheidung kurz darauf gegenüber verschiedenen Medienvertretern. „Leider müssen wir angesichts unserer Finanzierungsprobleme schwierige Entscheidungen treffen, und es gibt derzeit keine Pläne für eine Rückkehr der Show“, so das offizielle Statement der BBC. Man betonte dennoch den Stolz auf das Erreichte: „Wir sind außerordentlich stolz auf ‚I Kissed A Boy/Girl‘, die erste Datingshow im Vereinigten Königreich für die LGBTIQ*-Community. Wir danken unserem „Armor“ Dannii Minogue und dem gesamten Team von Twofour Productions.“
Grund? Kein Geld übrig für LGBTIQ*
Der Grund für das Aus liegt nicht an mangelndem Erfolg, sondern am massiven Spardruck, unter dem die BBC steht. Durch die Deckelung der Rundfunkgebühren und steigende Produktionskosten müssen selbst prestigeträchtige und gesellschaftlich relevante Formate weichen. Für Dannii Minogue, die das Format mit Herzblut begleitete, ist das Ende ein schwerer Schlag. In einem Statement blickte sie auf die Zeit zurück: „Ich bin so stolz darauf, dass diese Show uns die Chance gegeben hat, so viele Menschen aus der LGBTIQ*-Community zu feiern, die unseren wunderbaren Cast ausgemacht haben. Es war die besonderste Erfahrung meiner fast 40-jährigen Fernsehkarriere.“ Während Formate wie „Love Island“ oft durch ein sehr heteronormatives Weltbild auffallen, bot Minogues Show Raum für echte queere Geschichten und Coming-out-Erfahrungen. Das Aus der Shows ist ein Rückschritt für die Diversität im britischen TV-Markt.
Ehemaliger Teilnehmer Jake Devline-Reed über seine Erfahrung mit dem TV-Format.
*Quellen: The Sun, BBC, Gay Times